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Statements der Parteien zum Thema „Frauen in den Medien“

Foto: SPD

SPD: Peer Steinbrück

„Es muss sich endlich ändern, dass Frauen im Laufe ihrer Karriere an die gläserne Decke stoßen – sowohl in den Medien, als auch in anderen Branchen. Es ist nicht nur ungerecht, dass Frauen ab einem bestimmten Punkt nicht weiter in Leitungspositionen aufsteigen, wir können es uns auch ökonomisch nicht leisten, diese Potenziale nicht zu nutzen.

In der Medienlandschaft ist es zudem problematisch, wenn ein Sachverhalt nur aus einer Warte betrachtet wird. Ein differenziertes Meinungsbild generiert sich nicht von selbst! Deswegen werden wir eine gesetzliche Quote von mindestens 40 Prozent in Vorständen und Aufsichtsräten durchsetzen und sehen es genauso wie ProQuote: Wenn sich von selbst nichts bewegt in den Chefetagen, brauchen wir eine verbindliche Festschreibung.“

 

 

Foto: CDU/Laurence Chaperon

Foto: CDU/Laurence Chaperon

CDU: Ursula von der Leyen als stellv. CDU-Vorsitzende

„Frauen sind zwar nicht besser als Männer, aber sie sind anders. Sie analysieren anders, bringen ganz eigene Sichtweisen und Erfahrungen ein. Heterogen besetzte Spitzengremien ermöglichen breitere Diskussionen und differenziertere Entscheidungen. Das gilt für die Verwaltung, das gilt für die Wirtschaft allgemein und sicher auch für die Medien. Wer heute noch Monokulturen pflegt, läuft immer ein hohes Risiko, falsche Richtungsentscheidungen zu fällen und morgen vom Markt zu verschwinden.“

 

 

 

Henning Schacht/berlinpressphoto

Henning Schacht/berlinpressphoto

CSU: Gerda Hasselfeldt

„Jedes Gremium ist umso besser und umso glaubwürdiger in der Öffentlichkeit, je unterschiedlicher es zusammengesetzt ist. Das gilt für die Politik, die Wirtschaft und selbstverständlich auch für die Medien. Dazu muss die Zahl von Frauen insbesondere in Führungsfunktionen weiter steigen.

Allerdings möchte ich als Gesetzgeber keinen starren Prozentsatz für den Frauenanteil vorschreiben. Es macht einen erheblichen Unterschied, wenn sich eine Organisation selbst eine Quote gibt, die den eigenen Bedürfnissen gerecht wird. So hat es auch meine Partei, die CSU, mit der Frauenquote getan. Das finde ich gut. Und das kann und soll anderen ein Vorbild sein.“

 

 

Foto: S. Kaminski

Foto: S. Kaminski

Grüne: Katrin Göring-Eckardt

„Mit mehr Frauen in den Führungsetagen kommen wir zu mehr Qualität und Vielfalt – das gilt für Aufsichtsräte und Vorstände wie Chefredaktionen‎ gleichermaßen. In diesem Sinne unterstützen wir ausdrücklich das Anliegen von Proquote. Wäre das nicht auch eine gute Idee derzeit für ‎den ‚Spiegel‘?“

 

 

 

 

Foto: FDP

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FDP: Rainer Brüderle

Was sagt Ihr Spitzenkandidat dazu, dass die Medien in Deutschland in punkto Gleichstellung rückständiger sind als die Politik?

Wir setzen uns dafür ein, dass der Anteil von Frauen in Führungspositionen steigt. Das ist auch eine gesamtgesellschaftliche Herausforderung. Dass hier einzelne Branchen und Bereiche weiter sind als andere, ist sicher Ansporn, besser zu werden.

 Ist die „Vierte Gewalt“ als männerdominierte Gewalt zukunftsfähig?

Über die Zukunftsfähigkeit entscheidet nicht die Politik, sondern die Branche und ihre Kunden selbst.

 

Foto: Die Linke

Foto: Die Linke

Die Linke: Diana Golze, MdB, Mitglied im Spitzenteam

„Die Linke kann, will und fordert die Frauenquote. Schluss mit unverbindlichen Selbstverpflichtungen der Herrenclubs. Wir kämpfen für eine gesetzliche Regelung, um Frauen in Führungspositionen angemessen zu repräsentieren. Darum fordern wir eine Quote von 40 Prozent ab 2018 und 50 Prozent ab 2023.

Wir wissen aber auch, dass Frauen nicht nur in den obersten Führungsetagen benachteiligt sind, sondern auf allen Hierarchieebenen der Arbeitswelt. Darum gehören für uns die Forderungen nach einer Frauenquote und die nach Entgeltgleichheit zusammen.

Das gilt in besonderem Maße auch für Medienunternehmen. Wieso gibt es nur eine Handvoll Chefredakteurinnen aber ganze Legionen von Herrenchefs? Wieso wird Online und Print so unterschiedlich bezahlt? Warum verdienen Frauen im Schnitt immer noch weniger als Männer? Und auch: Wieso wird im Osten nach wie vor schlechter bezahlt, als im Westen? Wieso lassen – auch die Medien – einen Großteil der Arbeit von Praktikantinnen und Praktikanten machen? Die Frauenfrage ist somit die soziale Frage unserer Zeit, und sie wird männlich, also von Männern zu wenig gestellt, also man(n)gelhaft beantwortet.“

Als Hilfestellung (Links wirkt!): In unserer Partei gilt seit langem auf allen Ebenen eine Mindestquote von 50 Prozent. Und in unserer Fraktion im 17. Deutschen Bundestag arbeiten neben mir 41 Frauen und 33 Männer. Der Spitzenplatz auf unseren Landeslisten ist immer ein Frauenplatz. Sollte ein Mann (wie Gregor Gysi in Berlin) auf dem ersten Platz sein, sind Platz zwei und drei Frauenplätze.“

 

fotografa/Berlin

fotografa/Berlin

Piraten: Anke Domscheit-Berg, Vorsitzende Piraten Brandenburg; Bundestagskandidatin Brandenburg

„Immer noch werden Führungskräfte stark nach Stereotypen ausgewählt, die auch von Medien unverändert gepflegt werden und nach wie vor suggerieren, dass die ‚richtigen‘ Manager männlichen Geschlechts sind.

Dieses beharrliche Berichten nach alten Mustern ist wohl kein Zufall, denn gerade in Politik- und Wirtschaftsmedien sind Führungsebenen einseitig männlich besetzt. Medien schaffen mächtige Bilder und beeinflussen damit Realität. In Deutschland behindern sie leider Fortschritt und Geschlechtergerechtigkeit.“