ProQuote verleiht Preise mit Gefühl – an „Bild“, BDZV und Birte Meier

  • Avantgardschnecke für „Bild“, Komm-ans-Licht-Maulwurf für den BDZV,  Rose mit Stachel an Birte Meier
  • WDR-Fernsehdirektor Jörg Schönenborn mit Videoclip zur Quote

Preisträger und Gratulanten: Inka Schneider, Julia Jäkel, Maren Weber, Birte Meier, Dr. Ralf Kleindiek, Miriam Krekel (v.l.n.r) - Foto: Sonja Och

Preisträger und Gratulanten: Inka Schneider, Julia Jäkel, Maren Weber, Birte Meier,      Dr. Ralf Kleindiek, Miriam Krekel (v.l.n.r) – Foto: Sonja Och

In den Führungspositionen der Bild-Zeitung erreichen Frauen inzwischen einen Machtanteil von 36 Prozent, stellt der Verein ProQuote Medien mit seiner aktuellen Auswertung der Machtverhältnisse in acht Leitmedien aus dem Printbereich fest.

Nach der Wochenzeitung „Die Zeit“ setzt sich das bekannte Boulevardblatt an die Spitze der Gleichstellungsentwicklung der Printmedien.

Alle Zeitungen der sogenannten roten Gruppe des Springer-Konzerns – „Bild“, „Bild am Sonntag“ und „B.Z.“ – werden damit von Frauen geleitet.

Machtverteilung der Geschlechter

Anlässlich ihres fünften Jahrestages veröffentlichte die Journalisten-Initiative ProQuote ihre neuesten Zählungen in überraschender Form: Präsentiert wurden die aktuellen Werte vor großem Partypublikum aus der Medienbranche vom WDR-Fernsehdirektor Jörg Schönenborn.

In einem eigens für ProQuote produzierten Video erklärt Schönenborn, der Öffentlichkeit bekannt als Wahlmoderator der ARD, nun statt der Wählerwanderung die „Frauenwanderung“, statt der Sitzverteilung die Machtverteilung der Geschlechter in den oberen Etagen der deutschen Medienlandschaft.

ProQuote ehrte die „Bild“ mit der goldenen Avantgardeschnecke in freier Anlehnung an Günter Grass, der feststellte, der Fortschritt sei eine Schnecke.

Die Wahl der Trophäe erwies sich als prophetisch. Schon geht es bei „Bild“ wieder einen Schritt zurück. Mit der kürzlichen Ernennung von Julian Reichelt zum Vorsitzenden der „Bild“-Chefredaktionen setzte man den Chefredakteurinnen quasi einen Ober-Chef vor.

Dem Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV), dessen Vorsitzender Mathias Döpfner ist, verlieh ProQuote den „Komm ans Licht“-Preis, einen Maulwurf als Zeichen für die „unterirdischen“ Verhältnisse bei den Regionalzeitungen: Von hundert Chefredakteuren in Deutschlands Regionalzeitungen sind lediglich sechs Frauen.

„Maulwürfen gleich haben die Chefs in den Regionen ein Tunnelsystem erbaut. Mit ihren Schaufelfüßchen klatschen sie sich unter der Erde ab und geben Posten weiter“, begründet ProQuote-Vorsitzende Maren Weber die Wahl. „Wir wollen dem BDZV Mut machen, sich aus der männlichen Deckung zu wagen.“

Inka Schneider moderierte

Der dritte Preis, die „Rose mit Stachel“, ging an die preisgekrönte Journalistin Birte Meier für besondere Courage. Birte Meier hatte den Mut, gegen das ZDF zu klagen, weil sie sich schlechter bezahlt sieht als ihre männlichen Kollegen.

Durch den Abend führte NDR-Moderatorin Inka Schneider. ProQuote fordert eine 30 Prozent-Quote in den Führungsetagen deutscher Medien und zeichnet mit den „Preisen mit Gefühl“ jene aus, die den Verein besonders erfreut, geärgert oder gerührt haben. Seit der Gründung im Februar 2012 berechnet ProQuote regelmäßig den Frauenmachtanteil in den Führungspositionen bedeutender Printmedien. Seit 2015 erstreckt sich die Zählung auch auf Online-Medien.

Kamele- und Straußenrennen: www.pro-quote.de/kamele-und-straussenrennen

Schönenborn-Video: www.youtube.com/schönenborn-quote

2017-07-04T07:12:33+00:00 19. Februar 2017|Chefredakteure, News|Kommentare deaktiviert für ProQuote verleiht Preise mit Gefühl – an „Bild“, BDZV und Birte Meier