Wie kann künstliche Intelligenz Medien gerechter machen, Melanie Walker?

Sarah Stendel, Liske Jaax, Pro Quote Medien. Foto: © Charlotte Schreiber

Wie kann künstliche Intelligenz Medien gerechter machen, Melanie Walker? 27. April 2023 Kommentare und Interviews, Podcast Erobert künstliche Intelligenz seit diesem Jahr auch euren Alltag? ChatGPT schreibt plötzlich Einkaufslisten, übernimmt die Hausaufgaben von Schüler*innen und bedroht vermeintlich diverse kreative Berufe. Aber kann KI auch helfen, für mehr Geschlechtergerechtigkeit in den Medien zu sorgen? Um das herauszufinden, telefonieren Liske und Sarah heute nach Kanada und sprechen mit einer DER Expertinnen für Medienentwicklung: Melanie Walker. Melanie ist Mitbegründerin des Programms „Women in News“ – eine Initiative der World Association of Newspapers, einem weltweiten Dachverband von Zeitungsverbänden. Als Programmleiterin entwickelte sie eine Strategie für Geschlechtergleichstellung und kreierte im Zuge dessen den “Gender Balance Tracker”: Ein kostenloses, auf künstlicher Intelligenz basierendes Tool, mit dem Redaktionen schnell überprüfen können, wie ausgewogen ein Artikel im Hinblick auf Geschlechterdarstellungen ist. (Spoiler: Meist mit erschreckenden Ergebnissen.) Wofür Medienschaffende künstliche Intelligenz unbedingt nutzen sollten und wann sie von ihr sogar geschützt werden können – das und noch mehr spannender Input erwartet euch in dieser Folge. Weiterführende Links: Hier könnt ihr den in der Folge besprochenen kostenlosen Gender Balance Tracker finden. Man nutzt ihn, indem man einfach seinen Text ins Textfeld eingibt. Bislang ist er nur auf Englisch und Arabisch verfügbar, aber die Organisation arbeitet bereits an weiteren Sprachausgaben. Abonniert gerne unsere Social-Media-Kanäle, informiert euch auf unserer Webseite www.pro-quote.de und verpasst keine weitere Folge. Instagram Facebook Twitter Linkedin Schickt uns gerne euer Feedback oder eure Erfahrungen! Schreibt uns eine Mail oder kontaktiert uns über Social Media. Wir bedanken uns außerdem herzlich beim Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend für die Förderung des Podcasts.

Staffel 3, Folge 2: Wie wurde der WDR Vorreiter in Sachen Diversität, Iva Krtalic?

Wusstet ihr, dass mehr als jede vierte Person in Deutschland einen Migrationshintergrund hat? Bei den jüngeren Altersgruppen ist es sogar fast jede zweite! Diese Realität spiegeln deutsche Medien bislang jedoch oft nicht wider. In unserer heutigen Folge sprechen Liske und Sarah deshalb mit Iva Krtalic. Iva ist Beauftragte für Integration und Diversity of Content in einem großen Medienhaus, das einerseits als Vorreiter in Sachen Vielfalt gilt und gleichzeitig mit Boomer-Peinlichkeiten wie der “Letzten Instanz” für Empörung sorgt: dem WDR. Wie bringt man ein so großes Medienhaus nachhaltig auf die Spur einer pluralen Gesellschaft? Genau daran arbeitet Iva seit 2016. Von ihr wollen Liske und Sarah wissen, wie sie das Thema Diversity und Geschlechtergerechtigkeit praktisch für den WDR angeht, welche Werkzeuge sich bewährt haben und was wir von ihr auch über Sexismus lernen können. Warum Nachwuchsförderung für pluralen Journalismus ebenso elementar ist wie die konsequente Bereitschaft zum kritischen Dialog mit dem Publikum und wie U-Bahn-Fahren hilft, bessere Medienarbeit zu machen – das und vieles mehr erfahrt ihr in dieser hochinteressanten Folge! Weiterführende Links: Hier gelangt ihr zur im Podcast erwähnten WDR-Talentwerkstatt “Grenzenlos”. Hier findet ihr eine Zahlenübersicht zum Anteil der Menschen mit Migrationshintergrund in Deutschland, herausgegeben von der Bundeszentrale für politische Bildung. Im Jahr 2020 hatten 26,7 Prozent aller Einwohner in Deutschland einen Migrationshintergrund. Dabei gilt: Je jünger die Altersgruppe ist, desto höher ist der Anteil der Personen mit Migrationshintergrund. So hatten beispielsweise im Jahr 2020 bei den Kindern unter fünf Jahren vier von zehn Kindern einen Migrationshintergrund (40,3 Prozent). Abonniert gerne unsere Social-Media-Kanäle, informiert euch auf unserer Webseite www.pro-quote.de und verpasst keine weitere Folge. Instagram Facebook Twitter Linkedin Schickt uns gerne euer Feedback oder eure Erfahrungen! Schreibt uns eine Mail oder kontaktiert uns über Social Media. Wir bedanken uns außerdem herzlich beim Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend für die Förderung des Podcasts.

Staffel 3, Folge 1: “Wie schafft die BBC 50:50 in der Berichterstattung, Miranda Holt?“

Hurra! Euer Lieblings-Podcast “Macht’s Gleich” ist zurück – mit der dritten und leider letzten Staffel. Dieses Mal haben Liske und Sarah die kreativsten Ideen und best practices aufgespürt, die derzeit im Umlauf sind, um Sexismus in den Medien abzuschaffen. Eingeordnet und kommentiert von der praxiserfahrenen Journalistik-Professorin Margreth Lünenborg. Das Patriarchat kann sich anschnallen, denn da liegt einiges im Köcher! In unserer ersten Folge wird’s direkt international. Zu Gast ist niemand Geringeres als Miranda Holt von der BBC. Sie und ihr Team leiten das weltweit bekannte “50:50 Project”. Eine Gleichstellungsinitiative, die sich Graf Zahl von der Sesamstraße nicht besser hätte ausdenken können. Inzwischen nehmen nicht nur die 750 Teams der BBC, sondern über 150 Organisationen aus der ganzen Welt, wie etwa die Financial Times, teil – und konkurrieren um die besten Zahlen, was das Mann-Frau-Verhältnis angeht. Warum Durchzählen mehr bringt als gute Vorsätze und wieso 50:50 der BBC schon lange nicht mehr genug ist  – das und vieles mehr erfahrt ihr in dieser Folge. Weiterführende Links: Hier gelangt ihr zur Webpräsenz des 50:50 Equality Projects, zu dem auch die in der Folge besprochene 50:50 Challenge gehört. Hier findet ihr eine Übersicht der Organisationen, die am 50:50 Project teilnehmen. Abonniert gerne unsere Social-Media-Kanäle, informiert euch auf unserer Webseite www.pro-quote.de und verpasst keine weitere Folge. Instagram Facebook Twitter Linkedin Schickt uns gerne euer Feedback oder eure Erfahrungen! Schreibt uns eine Mail oder kontaktiert uns über Social Media. Wir bedanken uns außerdem herzlich beim Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend für die Förderung des Podcasts.

Frauenmachtanteile in den Leitmedien: Stern sinkt, SZ und Focus steigen auf

Neue Zahlen: ProQuote Medien zieht am Weltfrauentag Bilanz Hamburg, 08. März 2023. Die neue Leitmedienzählung von ProQuote Medien zeigt: Es gab im vergangenen halben Jahr einige Bewegung in den Redaktionen. Im Ranking der neun von ProQuote Medien ausgewerteten Medien konnte die Süddeutsche Zeitung sich vom fünften auf den dritten Platz verbessern: Der Frauenmachtanteil der Zeitung liegt aktuell bei 44 Prozent – und damit fünf Prozentpunkte höher als im Sommer 2022. Nur knapp darüber liegt Die Zeit auf Platz zwei, allerdings mit leichten Verlusten (1,9 Prozentpunkte). Weiter unangefochten an der Spitze steht die taz – mit einem Frauenmachtanteil von aktuell 64,6 Prozent. Den größten Sprung im Ranking verzeichnet Focus: Mit einem Zuwachs von 5,2 Prozentpunkten konnte das Magazin sich von Platz acht auf Platz sechs vorarbeiten. Trotz dieses Fortschritts ist die Redaktion jedoch weiter klar männlich dominiert: Der Frauenmachtanteil beträgt lediglich 34,5 Prozent. Den Aufsteigern steht auch ein klarer Verlierer gegenüber: So sank der Stern – vor wenigen Jahren noch leuchtendes Vorbild in Sachen Geschlechtergerechtigkeit in der Redaktion – mit einem Verlust von fünf Prozentpunkten auf jetzt 37,9 Prozent: der schlechteste Wert für die Zeitschrift seit dem Jahr 2017. Da auch die Redaktionen von Welt, Zeit, Bild und Spiegel Verluste verzeichnen, pendelt sich der Durchschnitt des Gesamtpanels bei 38,9 Prozent ein – exakt dem gleichen Wert wie bei der letzten Zählung im Juli 2022. „Damit dürfen die Journalistinnen sich nicht zufrieden geben“, mahnt ProQuote-Medien-Vorsitzende Edith Heitkämper. „Vor allem in den Redaktionen von Welt, Bild und FAZ sollte dringend mehr für die Geschlechtergerechtigkeit getan werden.“ „Wir sehen heute am Weltfrauentag 2023, dass es noch längst keine Parität in den Medien gibt“, so Heitkämper. „Umso dringlicher setzen wir uns weiterhin für mehr Frauen in Führung und mehr Diversität in den Verlagen ein.“ Die Zahlen von Februar 2023 im Einzelnen: Rang Redaktion Gewichteter Frauenmachtanteil Veränderung zu Juli 2022 (in Prozentpunkten) Rang im Juli 2022 1. taz 64,6% ↑ + 0,4 1. 2. Zeit 44,5% ↓ – 1,9 2. 3. Süddeutsche 44,0% ↑ + 5 5. 4. Spiegel 41,0% ↓ – 1 4. 5. Stern 37,9% ↓ – 4,5 3. 6. Focus 34,5% ↑ + 5,2 8. 7. Welt 29,8% ↓ – 2,2 6. 8. Bild 29,5% ↓ – 1,4 7. 9. FAZ 23,9%        0 % 9. Stand: Februar 2023 – Kletterwand im neuen Fenster öffnen Seit 2012 zählt und vergleicht der gemeinnützige Verein ProQuote Medien die Frauenanteile in journalistischen Führungspositionen. Zu den untersuchten Leitmedien zählen „Bild“, „Spiegel“, „Focus“, „Stern“, „Zeit“, „Süddeutsche Zeitung“, „Frankfurter Allgemeine Zeitung“, „Welt“ – und seit 2021 die „tageszeitung“. Die Zählungen erfolgen auf Grundlage der Print- und Online-Impressen, wobei nach Hierarchie-Ebenen gewichtet wird: Je höher die Position, desto größer die Machtfülle. ProQuote Medien fordert, die Hälfte der journalistischen Spitzenpositionen weiblich zu besetzen. Nähere Informationen: www.pro-quote.de, E-Mail: presse@pro-quote.de.

Offener Brief an die Bundesaußenministerin Annalena Baerbock

Liebe Frau Außenministerin Annalena Baerbock, seit vergangenen September, seit dem gewaltsamen Tod der Kurdin Jina Mahsa Amini, demonstrieren Iraner*innen für Freiheit, Frauen- und Menschenrechte. Ohne die Journalistin Nilufar Hamedi wüsste die Welt vielleicht nichts über die wahren Umstände von Aminis Tod. Es war Nilufar Hamedi, die aus dem Teheraner Kasra-Krankenhaus berichtete, Fotos von Aminis Familie machte. Nilufar Hamedi wurde am 22. September festgenommen und ist seitdem eingesperrt. Ihr droht die Todesstrafe. Elahe Mohammadi berichtete von der Beerdigung Aminis. Dafür wurde sie am 29. September festgenommen. Im November wurde sie wegen „Propaganda gegen den Staat“ und „Verschwörung gegen Nationale Sicherheit“ angeklagt. Auch ihr droht die Todesstrafe. Das „Commitee to Protect Journalists“ (CPJ) meldet, dass die Islamische Republik weltweit die meisten Journalist*innen inhaftiert hat. 62 Journalist*innen sind im Gefängnis, 24 der inhaftierten Reporter*innen sind weiblich; 22 von ihnen wurden seit Beginn der Proteste festgenommen. So viele weibliche Journalisten waren im Iran noch nie in Haft. Die Frauen müssen um ihr Leben fürchten, weil sie taten, was auch wir jeden Tag tun: die Arbeit als Journalistinnen. Wir wollen den Gräueltaten nicht mehr tatenlos zusehen und fordern Sie deshalb in Solidarität mit unseren mutigen Kolleginnen im Iran dringend auf: Nennen Sie die Opfer beim Namen und fordern Sie ihre Freilassung Setzen Sie sich politisch für diejenigen ein, die im Iran für Presse- und Meinungsfreiheit kämpfen Nehmen Sie diplomatisch Einfluss auf das Regime und finden Sie entsprechend einer starken feministischen Außenpolitik deutliche Worte für die Missachtung von Frauen- und Menschenrechten mit freundlichen Grüßen,

ProQuote-Besuch bei den Chefredaktionen deutscher Leitmedien: Echte Selbstverpflichtung zu mehr Vielfalt bleibt meist aus

Hamburg, 30.12.2022 – Bemühen ja, verpflichten nein – so lässt sich die Haltung der deutschen Leitmedien in Sachen Vielfalt zusammenfassen. Mehr Frauen in Führungspositionen und mehr Diversität in Redaktionen und Redaktionsleitungen ist zwar ein Thema, mit dem sich viele der großen deutschen Medien befassen. Eine echte, nachvollziehbare Selbstverpflichtung lehnen allerdings fast alle Chefredaktionen ab. „Im Jahr 2023 erwarten wir mehr. Worte sind schön und gut, aber es sind die Taten, die zählen“, sagt Edith Heitkämper, Vorstandsvorsitzende von ProQuote Medien. Zwischen den einzelnen Chefredaktionen gebe es große Unterschiede. „Einige bemühen sich, aber bei anderen haben wir eine erschreckende Ignoranz erlebt.“ ProQuote Medien hat im Jahr des zehnten Vereinsjubiläums Chefredakteurinnen und Chefredakteure von FAZ, Spiegel, Stern, SZ, taz und Zeit in ihren Büros besucht und nachgefragt: Wie viel ist dran an den Versprechungen, mehr Frauen und Frauen mit diversen Hintergründen in wichtige Positionen zu befördern? Was hat sich verbessert seit der Gründung von ProQuote vor zehn Jahren? Woran hakt es noch? Und wann werden es deutsche Medien schaffen, die ProQuote-Forderung nach 50 Prozent Frauenmachtanteil zu erfüllen?  Bild, Welt und Focus wollten ProQuote nicht treffen oder konnten  keine Termine in diesem Jahr ermöglichen – angeblich waren sie zu beschäftigt. „Es ist sicherlich kein Zufall, dass genau die Chefredakteure nicht zu Gesprächen bereit waren, die sich in Sachen Vielfalt nicht hervortun“, kommentiert Heitkämper. „Das ist schade, denn wir würden ihnen gerne helfen.“ ProQuote hat den kooperativeren Medien einen Vertrag geschickt, mit dem sich die Chefredaktionen selbst verpflichten sollen, mehr Frauen zu fördern und auf Diversität zu achten. Forderung Nummer 1: „50 Prozent Frauen mit diversen Hintergründen in allen Führungsebenen. Dies betrifft beispielsweise Herkunft und Ethnizität, sexuelle Orientierung, Armutserfahrung, Behinderung, Alter, Bildungsgrad, Glaube. Die Mitarbeiter*innen der Medien sollen die Vielfalt der Gesellschaft abbilden.“ Unterschrieben hat den Vertrag nur die Vertreterin eines einzigen Mediums: die stellvertretende Chefredakteurin Katrin Gottschalk von Vielfalt-Vorbild taz. „Dass Frauen bei uns so mächtig sind, ist Ergebnis eines Dreiklangs“, sagte sie. Die taz habe seit seit 1980 eine Quoten-Tradition, schon seit den 90er Jahren Frauen in Machtpositionen, auch in der Chefredaktion, und unterstütze Frauen, etwa Coaching wenn sie neu in Führung kommen. Zuletzt lag der Frauenmachtanteil, also die nach Führungsebene gewichtete Quote, bei 64,2 Prozent. Ganz anders sieht es aus bei der FAZ. Die Tageszeitung landete bei der letzten Leitmedienzählung auf Platz 9 von 9 Plätzen. Der gewichtete Frauenmachtanteil lag nur bei 23,9 Prozent und hat sich fast gar nicht verändert zu der vorigen Zählung. Jürgen Kaube, einer der vier Männer im vierköpfigen Herausgebergremium, das bei der FAZ eine klassische Chefredaktion ersetzt, war immerhin bereit zum Gespräch mit dem ProQuote-Vorstand, zeigte aber kaum Problembewusstsein. Ein Problem wäre nur ein „drastisches Ungleichgewicht“ bei der Geschlechterverteilung, sagt er, und sieht das offenbar bei einem Männermachtanteil von fast 76 Prozent nicht. Vielfalt zeige sich ohnehin nicht nur an Kriterien wie Geschlecht, sondern auch an vielfältigem Denken. Er habe nichts gegen Frauen in Führungspositionen, aber gezielt fördern müsse man die nicht. „Die Fähigkeit, die Gesellschaft abzubilden, hängt davon ab, dass man gute Journalisten hat, nicht woher sie kommen oder welches Geschlecht sie haben“, sagte Kaube. „Die Leser machen sich keine Gedanken über unser Organigramm.“ Es würde sich bei Beförderungen stets der oder die Beste durchsetzen. Die FAZ sei in der Vergangenheit männerdominiert gewesen – durch die vergleichsweise kleine Redaktion und wenig Fluktuation in der Belegschaft dauere der Wandel eben länger. Über den Besuch beim Stern berichtet der ProQuote-Vorstand: „Es wurde deutlich, wie sich der Stern um mehr Frauen in Führung bemüht: Dass in den Redaktionskonferenzen zum Beispiel immer wieder über das Frauenbild diskutiert wird, das man transportiert. Oder dass es um Expertinnen geht, die zu Wort kommen. Auch die Stern-Bildsprache sei Thema – sowohl die im Magazin, als auch die auf den Titeln.“ Früher konnte man etwa darauf wetten, auf dem Cover eines Rückenschmerzen-Spezials eine nackte Frau zu sehen. Die Zeiten seien vorbei, so Chefredakteur Gregor Peter Schmitz und Stellvertreterin Laura-Lena Förster.Ihnen sei wichtig, keine Stereotype zu zementieren, sondern ein modernes Frauen- und Familienbild abzubilden. Nichtsdestotrotz sackte der Stern in unseren Leitmedienzählungen zuletzt ab. Zurzeit liegt er nur noch bei 42,4 Prozent. Noch im Januar 2021 hatte es der Stern auf 51,1 Prozent gebracht. Den Vertrag unterschreiben wollten Schmitz und Förster nicht. Zeit-Chefredakteur Giovanni di Lorenzo betonte während des ProQuote-Tour-Stopps die Fortschritte. Jungen Redaktions-Kolleginnen, die vorher übersehen wurden, würden mittlerweile Aufstiegsmöglichkeiten gegeben und alte Hierarchien dadurch aufgemischt. Die Zeit wolle in Zukunft mehr Frauen auf der ersten Seite sichtbar machen und grundsätzlich mehr Leitartikel von Journalistinnen bringen.Den PQ-Vertrag unterschreiben wollte di Lorenzo nicht – erfüllt ihn aber bereits in einigen Punkten. In München war ProQuote mit Judith Wittwer verabredet, der einen Hälfte derChefredaktions-Doppelspitze der SZ. Unser Eindruck: Diese Chefredaktion will Dinge anders machen, als sie bisher oft gemacht wurden. In Sachen Diversitätsförderung braucht es in München noch Ideen, man sei sehr aufgeschlossen für neue Wege. In unserer halbjährlichen Leitmedien-Rangliste lag die SZ zuletzt bei 39 Prozent – Platz 5 und damit nur im Mittelfeld der neun gezählten Medien. Doch vor zehn Jahren, als ProQuote Medien gegründet wurde, hatte die SZ gerade mal vier Prozent Frauen in Führung. Was den ProQuote-Vertrag angeht: Wittwer ließ ausrichten, die SZ habe sich eigene Ziele gesetzt. Deshalb werde man den Vertrag nicht unterschreiben. Beim Spiegel traf der PQ-Vorstand unter anderem Thorsten Dörting, Mitglied der Chefredaktion. Seit einiger Zeit zähle der Spiegel genau nach, wie viele Frauen in den jeweiligen Ausgabenzu Wort kämen. Obwohl sich die Redaktion vorgenommen hat, häufiger Expertinnen zu zitieren und mehr Interviews mit Frauen zu führen, sei der Männerüberschuss kaum geschrumpft, so der Spiegel selbst. Der Verlag testet weiter, auch wo die Leser*innen mitgehen: Obwohl es großen Aufschrei gab, als das Magazin zu gendern begann, seien weder Verkäufe noch Abos abgesackt. Das Nachrichtenmagazin kommt inzwischen auf einen Frauenmachtanteil von 42 Prozent. Nicht schlecht, aber auch nicht 50. Den ProQuote-Vertrag wollte die Spiegel-Chefredaktion nicht unterschreiben. Man wolle sich nicht an Institutionen von außen binden. „In den zehn Jahren seit der Gründung von ProQuote hat sich sehr viel verändert“, sagt Vorstandschefin Heitkämper. In allen Leitmedien gibt es inzwischen mehr Frauen in Führungspositionen. In vielen Chefredaktionen gebe es zudem ernsthafte Pläne, mehr Vielfalt zu schaffen auch jenseits der reinen Frauenquote. „Aber es ist noch Luft nach oben. Wir geben nicht auf, zählen weiter und haken nach. Wenn eine Redaktion Fragen hat, soll sie sich bei uns melden. Wir helfen gern.“ Ein höherer Frauenmachtanteil sei kein Selbstzweck, sondern gut für alle. „Mehr Frauen in Führung geben einen Impuls, um längerfristig auch die Arbeitsstrukturen hin zu einer besseren Work-Life-Balance zu verändern. Das ist dringend notwendig.“ Hier eine Kurzfassung der Forderungen aus dem ProQuote-Vertrag, die nur eine Chefredaktion unterschreiben wollte: 50 Prozent Frauen mit diversen Hintergründen in allen Führungsebenen. 50 Prozent Kolumnistinnen, Leitartiklerinnen und Kommentatorinnen in den meinungsbildenden journalistischen Formaten. Diversität bei der Auswahl der Protagonist*innen und Expert*innen. Bei gleicher Qualifikation: Bevorzugung der Kandidatin. Außerdem gezielte Nachwuchsförderung, die auf Vielfalt wert legt. Führung in

Folge 6: Was haben wir erreicht in 10 Jahren ProQuote, Silke Burmester? Die ultimative Highlight-Folge

Wow! Was für eine Staffel, was für tolle Gäst*innen – und leider schon die letzte Folge!Und weil euer Lieblings-Podcast bis zur dritten Staffel in eine kurze Pause geht, wird es Zeit für ein Round-up! Liske und Sarah haben hierzu das journalistische Allround-Talent – Magazin-Gründerin, Kolumnistin und Dozentin – Silke Burmeister zu Gast. Silke ist ProQuote-Mitglied, fast seit der ersten Stunde, und hat sich im Männer dominierten Journalismus nie die Butter vom Brot nehmen lassen. Zusammen blicken die drei zurück auf die Hot Takes der vergangenen elf Folgen “Macht’s Gleich” und 10 Jahre ProQuote Medien e.V.: Was hat am meisten inspiriert, herausgefordert und motiviert? Was haben wir von unseren Gäst*innen gelernt und wie kann es weitergehen? Wie der Verein es geschafft hat, die Nullerjahre des Journalismus alt und piefig aussehen zu lassen, warum wir bloß nicht zu brav sein sollten und was Putzen mit Silkes großer Klappe zu tun hat – das und vieles mehr erfahrt ihr in dieser Folge. Weiterführende Links: Hier gelangt ihr zu den jüngsten, vom Verein ProQuote Medien veröffentlichten Zahlen zum Frauenmachtanteil in der deutschen Medienlandschaft. Hier gelangt ihr auf die Webseite des Vereins Freischreiber, den Silke im Podcast erwähnt. Hier findet ihr die von Sarah erwähnte Studie, die belegt, dass Unternehmen erst in Krisen eher Frauen befördern. Zum von Silke gegründeten Online-Magazin Palais F*luxx für Rausch, Revolte, Wechseljahre geht es hier. Abonniert gerne unsere Social-Media-Kanäle, informiert euch auf unserer Webseite www.pro-quote.de und verpasst keine weitere Folge. Instagram Facebook Twitter Schickt uns gerne euer Feedback, eure Erfahrungen oder Themenvorschläge! Schreibt uns eine Mail oder kontaktiert uns über Social Media. Wir bedanken uns außerdem herzlich beim Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend für die Förderung des Podcasts       

Folge 5: Wie wird man als Journalistin zur gefragten Expertin, Christina Berndt?

“Nieder mit dem Perfektionismus!” So könnte der Schlachtruf der heutigen Folge lauten. Der steht uns nämlich nur im Weg, wenn es darum geht, uns mit unserem Wissen in der Öffentlichkeit einzubringen. Liske und Sarah haben heute die Wissenschaftsjournalistin des Jahres und Buchautorin Dr. Christina Berndt zu Gast. Vor allem seit Beginn der Corona-Pandemie ist sie eine der wenigen Frauen, die sich einen Platz in den Expert:innenrunden von Maischberger, über Lanz bis Anne Will gesichert hat. Heute haben wir sie vors Mikro geholt und wollen wissen: Wie machen wir uns als Frauen in der Medienwelt sichtbar und verhelfen auch einander zu mehr Sichtbarkeit? Wie etablieren wir uns als Expertinnen? Die gute Nachricht gibt’s schon vorweg: Sichtbarkeit führt zu mehr Sichtbarkeit. Wie man diesen Schneeballeffekt in Gang setzt, welche Klamotte für den ersten TV-Auftritt lieber im Schrank bleiben sollte und wie man am Ende das Studio auch zufrieden wieder verlässt – das und vieles mehr erfahrt ihr in dieser Folge. Weiterführende Links: Die erwähnten Fakten zur Sichtbarkeit von Frauen in Expertenrunden könnt ihr hier in der Studie der MaLisa Stiftung nachlesen. Unser Verein ProQuote Medien hat eine Sammlung an Corona-Expertinnen zusammengestellt, die ihr hier abrufen könnt. Unter dem Link www.speakerinnen.org findet ihr viele Expertinnen zu diversen Themen und könnt euch auch selbst dort als Expertin listen. Christina Berndts Webauftritt findet ihr hier. Dort gelangt ihr auch zu ihren Büchern, die wir in dieser Folge erwähnen. Abonniert gerne unsere Social-Media-Kanäle, informiert euch auf unserer Webseite www.pro-quote.de und verpasst keine weitere Folge. Instagram Facebook Twitter Schickt uns gerne euer Feedback, eure Erfahrungen oder Themenvorschläge! Schreibt uns eine Mail oder kontaktiert uns über Social Media. Wir bedanken uns außerdem herzlich beim Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend für die Förderung des Podcasts       

Folge 4: Wie müssen wir schreiben, damit wir nicht diskriminieren, Melina Borčak?

Unserer heutigen Gästin ist es absolut wurscht, ob man sie als “genderwahnsinnige, muslimische Asyltouristin” beschimpft. Dafür legt sie aber umso mehr Wert darauf, selbst gerecht und präzise über Menschen zu berichten: Die fantastische Journalistin und Filmautorin Melina Borčak. Melina gibt regelmäßig Workshops und unterrichtet zu Gleichstellung und gerechter Sprache. Liske und Sarah wollen von ihr wissen: Wie gendern wir am besten – und ist das wirklich nötig? Warum sollte man nicht „wegen Kopftuch ermordet“ schreiben? Und wie formulieren wir sensibler und inklusiver, statt immer wieder die gleichen rassistischen und sexistischen Stereotype aufzuwärmen, ohne es zu merken? Mit Melinas Know-how, ihrer Klarsicht und Sensibilität in dieser Hands-On-Folge bereichert ihr jede eurer Veröffentlichungen. Es lohnt sich. Möglicherweise nicht nur für euch, sondern auch und vor allem für diejenigen, von denen ihr erzählt. Weiterführende Links: Unter folgenden Links findet ihr die im Podcast empfohlenen Glossare und Guides für gerechte Sprache:Geschlechtergerechte Sprache an der Universität HamburgLeidmedien.de – Tipps für Medienmacher im Umgang mit BehinderungGlossar der Neuen deutschen MedienmacherDiversity Guide der Neuen deutschen MedienmacherWie Medien über Gewalt gegen Frauen berichten sollten (ab Seite 66) Unter diesem Link  findet ihr eine Studie, zur Wirksamkeit von gendergerechter Sprache. Hier gibt es einen Beitrag der Sendung Quarks & Co., der den Stand der Wissenschaft zum Thema Gendern gut zusammenfasst. Durchschnittlich alle drei Tage kommt es in Deutschland zu einem Femizid, wie dieser kriminalstatistischen Auswertung des BKA zu entnehmen ist. Melinas Internetauftritt und Kontakt findet ihr hier und hier geht’s zu Melinas Twitter Account. Abonniert gerne unsere Social-Media-Kanäle, informiert euch auf unserer Webseite www.pro-quote.de und verpasst keine weitere Folge. Instagram Facebook Twitter Schickt uns gerne euer Feedback, eure Erfahrungen oder Themenvorschläge! Schreibt uns eine Mail oder kontaktiert uns über Social Media. Wir bedanken uns außerdem herzlich beim Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend für die Förderung des Podcasts       

Folge 3: Woran erkennen wir diskriminierende Frauenbilder in den Medien, Emilia Roig?

Als Medienmacher*innen haben wir durch unsere Reichweite nicht nur Macht, sondern auch eine große Verantwortung. Mit unserer Themensetzung, der Auswahl von Interviewpartner*innen, redaktionellen Bildern und Sprache prägen wir Welt- und Rollenbilder. Nicht selten solche, denen Jahrhunderte alte Formen der Unterdrückung eingeschrieben sind. Höchste Zeit, mal den Stereotypen genauer auf den Zahn zu fühlen! In der heutigen Folge sprechen Liske und Sarah mit der Bestseller-Autorin und Aktivistin Dr. Emilia Roig. Sie ist Gründerin des Center for Intersectional Justice und setzt sich für soziale Gerechtigkeit in Deutschland und Europa ein. Emilia erklärt, wie sehr unser mediales Weltbild von weißen, wohlhabenden Männern geprägt wurde, was das bis heute mit unserer Berichterstattung über Frauen und Minderheiten macht und was wir tun können, um diese Erzählungen zu durchbrechen.  Außerdem erfahrt ihr, was es mit der sogenannten Empathielücke in der Gesellschaft auf sich hat, wie Emilia selbst gegen ihre eigenen Rollenbilder ankämpfen musste und was wir von Britney Spears lernen können. Weiterführende Links: Den Internetauftritt unserer Gästin Emilia Roig findet ihr hier. Das Center for Intersectional Justice, deren Gründerin Emilia ist, hat hier seine Webpräsenz. Emilias Buch, das wochenlang in der Spiegel-Bestsellerliste vertreten war, heißt “Why We Matter. Das Ende der Unterdrückung” und ist beim Aufbau Verlag erschienen. Abonniert gerne unsere Social-Media-Kanäle, informiert euch auf unserer Webseite www.pro-quote.de und verpasst keine weitere Folge. Instagram Facebook Twitter Schickt uns gerne euer Feedback, eure Erfahrungen oder Themenvorschläge! Schreibt uns eine Mail oder kontaktiert uns über Social Media. Wir bedanken uns außerdem herzlich beim Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend für die Förderung des Podcasts       

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