Medienecho: Stillstand bei Spiegel Daily
Das neue und moderne Spiegel-Format Spiegel Daily besticht insbesondere durch – Stillstand. Das müssen wir doch bemängeln! „‚Werden Anpassungen vornehmen‘: Spiegel reagiert auf Pro-Quote-Kritik an Personalpolitik bei Spiegel Daily“ – betitelt Meedia einen ausführlichen Beitrag zum Thema. (29.05.2017) Turi2 hat es korrekt erfasst: „ProQuote bemängelt Stillstand bei Spiegel Daily“ (29.05.2017) „Es tut sich was“, so die Reaktion von Spiegel Daily auf unsere Pressemitteilung. Das Portal Medienrot blickt in einer Zusammenfassung zurück: „Spiegel Daily – Eine Zwischenbilanz“ (30.05.2017)
Interview im Deutschlandfunk: Frauenquote bei den Regionalzeitungen

Unser Vorstandsmitglied Johanna Lemke hat dem Deutschlandfunk Rede und Antwort gestanden. In der Sendung @mediasres am 25.05.2017 gab sie einen aktuellen Einblick in deutsche Regionalzeitungs-Redaktionen und wie es dort um die Frauenquote steht. Das Interview könnt ihr hier nachhören. Die Kern-Frage lautete, ob Lokaljournalismus reine Männersache sei. Ihr dürft raten, was ihre Antwort anhand dieser Zahlen war.
Maren Weber in „Neue Osnabrücker Zeitung“

Chefredaktion: ein Mann. Stellvertreter: eine Frau, zwei Männer. Mit dieser Führung steht die „Neue Osnabrücker Zeitung“ vergleichsweise gut da. Die Recherche von ProQuote zu Regionalzeitungen hatten ergeben, dass nur bei fünf der 100 Regionalblätter, die den Mantel selbst produzieren, Frauen an der Spitze stehen. Bei den stellvertretenden Chefredakteuren sind 18 Prozent Frauen. Im Interview mit der NOZ schaut ProQuote-Vorsitzende Maren Weber auf die Anfänge des Vereins und äußert sich zur Zukunft von ProQuote. Der ganze Artikel (von Susanne Haverkamp): Verein „ProQuote“ will mehr Frauen in den Medien
Finanzmedien fehlen Frauen: Antonia Götsch im Interview

Vorstandsmitglied Antonia Götsch ist stellvertretende Chefredakteurin des Unternehmermagazins Impulse. Das macht sie zur idealen Ansprechpartnerin von finanzen.de. Denn auch die Finanz-Berichterstattung hat eine weibliche Sicht dingend nötig: „Es gibt Studien, die zeigen, dass Frauen weniger risikoreich anlegen als Männer und dabei übrigens über die Jahre mehr Rendite erwirtschaften. Zudem interessieren sich viele Frauen für ökologische oder ethische Geldanlagen. Das spiegelt sich in den gängigen Finanzmedien jedoch nicht unbedingt wider.“ Redakteurinnen und weibliche Chefs wirkten sich nicht nur positiv auf Auswahl der Themen und die Berichterstattung allgemein aus, auch die gesamte Redaktion profitiere: „Wo Frauen und Männer gleichermaßen in der Führung vertreten sind, habe ich eine auffallend gute Führungskultur wahrgenommen.“ Das ganze Interview mit finanzen.de (geführt von Cora Christine Döhn): Die Medien müssen weiblicher werden
Vorsitzende Maren Weber im Meedia-Interview

ProQuote-Vorsitzende Maren Weber im Interview mit Meedia über ihre ersten Wochen als ProQuote-Vorsitzende: „Der Zuspruch motiviert und entschädigt für viele Stunden Arbeit, oft auch in der Nacht. Allerdings macht mir das derzeit nicht so viel aus: Mit zwei sehr kleinen Kindern bin ich da eh oft wach.“ zur Frage „Löst ProQuote sich 2017 auf?“ „Wir legen keinen besonderen Wert darauf, länger als geplant um etwas kämpfen zu müssen, was wir für selbstverständlich halten.“ zum Vorurteil „Frauen wollen keine Frauen fördern“ Stimmt nicht! und zu den „katastrophalen Zahlen“, wie wenige Chefredakteursposten der Regionalzeitungen mit Frauen besetzt sind: „Sie stehen nicht unter einem solchen Beobachtungsdruck wie die überregionalen Medien“ Das ganze Meedia-Interview (geführt von Eva Fischer): ProQuote-Vorsitzende Maren Weber: „Die FAZ ist und bleibt eine Männerbastion“
Zapp, SpOn und Meedia über „Regionalzeitungen in Männerhand“

95 Prozent der Chefredakteure aller 100 Regionalblätter, die ihren Mantel selber produzieren, sind Männer. Und ihre Stellvertreter? Zu 82 Prozent auch. ProQuote hat alle Redaktionen angeschrieben und gefragt: Warum ist das so? Ändert sich das? Nur sieben Chefredakteure haben überhaupt geantwortet. Die anderen beschweigen die Misere lieber. Umso wichtiger das Medien-Echo, das die Recherche von ProQuote ausgelöst hat. Das NDR-Medienmagazin Zapp schreibt: „Solange sich nicht Familie und Karriere vereinbaren lassen, und – wenn es stimmt – geeignete Frauen erst überzeugt werden müssen, Führungspositionen zu übernehmen, wird sich auch an dem Zustand nichts ändern. Eine Frauenquote von 30 Prozent, wie sie ProQuote fordert, kann auf dem Weg zu mehr weiblichen Führungskräften hilfreich sein, ein Garant ist sie nicht.“ Spiegel Online hat die interaktive Karte eingebunden, Meedia hat die ProQuote-Recherchen ausführlich zitiert. Ebenso berichteten epd medien und Neues Deutschland. Alle Zahlen und die – wenigen – Statements der Chefs und Chefinnen sind hier nachzulesen.
Medien-Echo: Endlich kommt die 30-Prozent-Frauenquote – zumindest in Aufsichtsräten
„Schluss mit der Männerquote“ schreibt Heribert Prantl auf sueddeutsche.de – die schwarz-rot-Frauenquote findet er gut. „Denn ohne einen gesetzlichen Befehl ändert sich – nichts.“ „Starkes Signal“ oder nur „Quötchen“? fragt Julia Barth auf tagesschau.de – ein Umdenken lasse sich aber nicht politisch verordnen. „Die Frauenquote ist nur ein Quötchen“ kommentiert Claudia Tödtmann auf wiwo.de – und listet fünf Gründe auf, warum das Ergebnis der Frauenquote alles andere ist als ein Durchbruch. „Wir werden einen Kulturwandel erleben“ sagt Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig im Gespräch im Deutschlandfunk. Mit „Reservierte Plätze“ überschreibt Heike Göbeln auf faz.net ihren Kommentar – wer glaubt, dass Deutschland durch die Frauenquote moderner wird, glaubt vermutlich auch daran, dass der Storch die Kinder bringt. „Na endlich – Die Frauenquote ist da!“ jubelt die ehemalige Vorständin von ProQuote, Dagmar Engel – es wurde Zeit. Es geht nicht so weiter, dass Männer in Deutschland die gesamte Last der Verantwortung in den Aufsichtsräten tragen müssen.
Reaktionen auf den Offenen Brief zu den Münchner Medientagen
Christopher Tusch, der Geschäftsführer der Münchner Medientage, hat schnell auf unseren Offenen Brief reagiert. Auch die Mediendienste griffen das Thema auf. Seine Antwort im Wortlaut: „Sehr geehrte Frau Pitzer, vielen Dank für Ihr Schreiben. Gerne gehen wir auf die von Ihnen angesprochenen Punkte ein: Die MEDIENTAGE MÜNCHEN befürworten sehr die Besetzung von Frauen auf den Fachpodien. Für die Eröffnungspanels der Medientage haben wir uns jetzt und auch in der Vergangenheit sehr bemüht, Vertreterinnen der Medienbranche zu gewinnen. Das gilt auch für den TV-Gipfel, an dem wir beispielsweise mit Shahrzad Rafati, Broadband TV, eine sehr renommierte Expertin eines internationalen Medienunternehmens gewinnen konnten. Die Tagesmoderation für Mittwoch, den 22. Oktober, und damit auch für die Eröffnungsveranstaltung übernimmt in diesem Jahr die Fernseh- und Radiomoderatorin Jeannine Michaelsen. Die MEDIENTAGE MÜNCHEN als Europas größte Medienmesse sind ein Spiegelbild der Branche. Wir begrüßen eine starke Rolle von Frauen in der Medienbranche und wünschen uns einen höheren und ausgewogeneren Anteil von weiblichen Entscheidern in der Medienbranche sowie auf Diskussions- und Branchenforen wie den Medientagen München. Übrigens ist das Thema Frauen in den Medien auch in unserem Programm „Frauen in Männerdomänen“ vertreten – gerade mit dem speziellen Bereich der Sportberichterstattung. Wir haben derzeit bereits über 60 weibliche Expertinnen als Referentinnen auf den Podien; von den rund 80 Panels sind 55 auch mit weiblichen Teilnehmern besetzt. Und der hochkarätige Content-Gipfel, die Abschlussveranstaltung der MEDIENTAGE MÜNCHEN ist mit drei Herren und drei Damen besetzt. Wir freuen uns auf den weiteren Austausch mit Ihnen und verbleiben mit freundlichen Grüße Christopher Tusch Geschäftsführer“ Die Reaktionen der Medien im Überblick Medienfrauen protestieren gegen Männer-Dominanz bei den Medientagen München Kritik an Männerlastigkeit bei den Medientagen Zu wenig Frauen: Journalistinnen kritisieren Medientage Offener Brief macht Druck auf die Kongress-Veranstalter: Journalistinnen kritisieren die „Medientage München“ Offener Brief: Frauenverbände kritisieren Medientage München Medientage München: Mehr Elefantinnen auf die Podien! Zu viele Männer auf dem Podium? Kritik an Medientagen München
Journalistinnen im Krisengebiet: Geschlechtslos töten
In den Auslandsbüros deutscher Medien sind Frauen unterrepräsentiert – nur nicht in den Krisenregionen. Woran liegt das? Fragt die tageszeitung. ProQuote zufolge sind in den Auslandsbüros beim Print nicht einmal 30 Prozent der Korrespondent*innen weiblich. „Ich glaube, dass das nicht an der Gefahr liegt“, sagt ProQuote-Vorsitzende Annette Bruhns, „sondern dass dieselben Mechanismen wirksam sind, die Frauen eher nicht Ressortleiterinnen werden lassen.“ Die Hürden für Frauen im Journalismus, sie liegen nicht in Afghanistan oder der Ukraine, sondern in Deutschland.
sportschau braucht weibliches Gesicht statt Bommes
Die Journalisteninitiative ProQuote hält die avisierte Wahl von Alexander Bommes für das Moderatorenteam der sportschau am Samstag für einen gewaltigen Rückschritt. „In 53 Jahren sportschau hat das Erste seit Anne Will 1999 gerade mal zwei Frauen die Moderation des Ur-Formats am Samstag anvertraut“, sagt ProQuote-Vorstand Helene Endres. „Weibliche Kompetenz ist hier überfällig. Dass Fußball längst keine Männersache mehr ist, zeigt die WM: Die Hälfte der TV-Zuschauerinnen sind Frauen.“ Die zuständige WDR-Fernseh-Chefredakteurin Sonia Mikich will sich zur schwebenden Personalie Bommes nicht äußern. Mikich hält aber dagegen, dass die sportschau mit Jessy Wellmer und Julia Scharf künftig zwei Moderatorinnen aufbiete – am Sonntag. „Die Sonntags-Sportschau verhält sich zur Samstags-Sportschau wie die 14-Uhr-Tagesschau zur 20-Uhr-Tagesschau“, sagt Endres. „Wieso wird Julia Scharf nicht direkt ins Samstagsteam geholt? Gegenüber gestandenen Kollegen wie Matthias Opdelhövel hat sie voraus, dass sie sich nicht über Gameshows qualifiziert hat, sondern ihr Handwerk von der Pike auf gelernt hat.“ Scharf hat Sportpublizistik studiert – ihre ersten Berichte galten Kreisliga-Kicks, später warb der SWR sie vom Sender Sport1 ab. Carmen Thomas, die 1973 als erste Frau im deutschen Fernsehen den Sport moderiert hat, sieht die Gründe denn auch nicht in mangelnder Qualifikation der Kolleginnen. „Bei wirklich wichtigen Positionen helfen die Männer den Frauen dann doch lieber in den Mantel als in ein Amt, das sie selbst gern hätten oder behalten möchten.“ Fast überall in den Medien entscheiden heute männliche Ressortleiter über Sport-Personalien, bestätigt Journalismusforscher Prof. Dr. Marcus Bölz von der Fachhochschule des Mittelstands in Hannover. Ergebnis: „Frauen sind im Sportjournalismus so zahlreich wie Palmen in Parkhäusern“, so Bölz. Die Frauenpräsenz in den Medien könne nur eine Quote ändern, glaubt Carmen Thomas, „ohne die wird es immer Gründe geben, Frauen nicht zu nehmen – egal, wie gut sie sind.“ Auch Professor Bölz betont die Wichtigkeit gezielter Frauenförderung: „Über den Sport werden Menschen zu Markenzeichen ihrer Arbeitgeber – siehe Günther Jauch, Oliver Welke, Reinhold Beckmann oder Johannes B. Kerner.“ Derselbe Mechanismus könne auch Frauen an die vorderste Front katapultieren: Die Karrieren von Anne Will und Maybrit Illner begannen auch im Sport. Bölz‘ Empfehlung: „Professionelle Sportjournalistinnen können tradierte Redaktionsprozesse positiv erneuern. Sie sind noch viel zu selten dort zu finden.“ Weiterlesen „Weibliche Kompetenz ist hier überfällig. Dass Fußball längst keine Männersache mehr ist, zeigt die WM: Die Hälfte der TV-Zuschauerinnen sind Frauen ProQuote fordert: Mehr Moderatorinnen im Sport