Berlin, 25. November. Die Journalisteninitiative ProQuote und die Sängerin und Schauspielerin Jasmin Tabatabai eröffneten heute in Berlin ein ungewöhnliches Rennen: Weibliche Jockeys treiben acht Kamele zu mehr Frauenpower. Am Start: Leitmedien von “Zeit” bis “Bild”. Passend dazu singt Tabatabai aus ihrer mit dem Jazz-ECHO ausgezeichneten CD “Eine Frau”: “Dazu braucht’´ne Frau keinen Mann, der ihr auch nur das gibt, was sie selbst nehmen kann.”

Das Wettrennen läuft im Internet; der Zuschauer selbst startet die Medien-Kamele zu fünf Zeitpunkten zwischen Februar 2012 und November 2013. An der Spitze liegt momentan die “Zeit” mit 37 Prozent Frauenmachtanteil. Die “Welt” fiel nach einem dramatischen Kampf mit 11,5 Prozent auf den letzten Platz, dabei war das Blatt mit 13,6 Prozent im Mittelfeld gestartet; die “Süddeutsche” hingegen kam mit 4,3 Prozent lange gar nicht aus den Hufen.

“Im Gegensatz zum Kamelerennen auf der Kirmes fallen unsere Tiere leider auch mal zurück”, erklärte Annette Bruhns, Vorsitzende von ProQuote Medien. “Das “Bild”-Kamel galoppierte im September zum Beispiel noch an zweiter Stelle. Jetzt zogen “stern” und “Spiegel” Dank neuer Jockeys an der Konkurrenz vorbei.”

Die dem Rennen zugrunde gelegten Zahlen entsprechen nicht einfach dem Pro-Kopf-Anteil von Frauen auf redaktionellen Führungsposten. Sie wurden zuvor gewichtet. Der in Berlin uraufgeführte Youtube-Film “Kleine Kais – ProQuote erklärt die Machtfrage” zeigt, wie ProQuote den Einfluss von Frauen berechnet. “Ganz einfach: Posten unterer Hierarchieebenen bringen weniger Machtpunkte als oben”, so Bruhns. Diese begehrten Punkte heißen “Kleine Kais”. “Auf einen Chefredakteur entfallen bis zu fünf dieser Kais.”

ProQuote hatte im Februar 2012 per offenem Brief einen 30-Prozent-Mindestanteil von Frauen an der Spitze aller Medien gefordert – und zwar auf allen Führungsebenen. “Damals waren die meisten Redaktionen noch so weit von diesem Ziel entfernt, dass selbst dieser Frauenanteil Utopie schien”, erklärte Bruhns. “Das ändert sich so rasant, dass wir die Latte nun messbar qualitativ höher legen. Denn ein Drittel der Führungsposten sind eben nicht ein Drittel der Macht.” Von Anfang an aber schon habe die Initiative mindestens 30 Prozent der Chefredakteursposten für Frauen verlangt.

Jasmin Tabatabai betonte: “Es ist absolut überfällig, dass Frauen in den Medien mehr zu sagen haben.” Deshalb begleite sie ProQuote inhaltlich und musikalisch – obwohl sie seit der Geburt des dritten Kindes, der anstehenden Tournee und neuen Folgen von “Letzte Spur Berlin” schon “reichlich ausgelastet” sei.

Link zum Rennen und zum „Kleine Kais“-Film:  www.pro-quote.de/kamelerennen/

Querverweis: Mit dem Begriff Frauen* beziehen wir uns auf alle Personen, die sich als Frauen identifizieren oder von der Gesellschaft als Frauen gelesen werden, einschließlich Transfrauen, Intersexuellen, Nonbinary Personen und allen, die sich mit dem weiblichen Spektrum identifizieren, um die Vielfalt und Komplexität von Geschlechtsidentitäten anzuerkennen und einzuschließen.

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