Hamburg, 11.02.2014. Die Zukunft des WDR wird offenbar ohne Frauen geplant. Das erfuhr die Journalisteninitiative ProQuote aus Kreisen des Rundfunk-Hauses. Mit einer neuen Koordinatorengruppe will der WDR seine crossmedialen Projekte besser aufstellen, also Audio, Video, Internet und Print klüger vernetzen. Es gilt als ein Top-Projekt – doch das zehnköpfige Koordinatorenteam wurde jetzt zu 100 Prozent mit männlichen Mitarbeitern besetzt. WDR-Mitarbeiterinnen, darunter Führungskräfte, äußerten sich gegenüber ProQuote erschüttert.

“Frauen hält man offenbar für verzichtbar, wenn es darum geht, die digitale Zukunft des WDR zu gestalten”, sagt Annette Bruhns, Vorsitzende von ProQuote Medien e.V. “Geht man beim Westdeutschen Rundfunk davon aus, dass Frauen nicht zu den Zuhörern, Zuschauern und Nutzern gehören?” Gerade im Bereich Social Media seien Frauen hochaktiv. “Ob man die mit einem reinen Herren-Team erreichen kann, ist zweifelhaft”, so Bruhns.

Die Gesamtkoordination des Projektes wurde Gerald Baars übertragen. Gestern traf sich sein Männer-Team zum ersten Planungstreffen. Nach zwei zukunftsweisenden Personalentscheidungen macht der WDR damit einen gewaltigen Schritt zurück. Erst kürzlich hatte der neue Intendant Tom Buhrow eine Hörfunkdirektorin und eine Fernseh-Chefredakteurin ernannt.

Querverweis: Mit dem Begriff Frauen* beziehen wir uns auf alle Personen, die sich als Frauen identifizieren oder von der Gesellschaft als Frauen gelesen werden, einschließlich Transfrauen, Intersexuellen, Nonbinary Personen und allen, die sich mit dem weiblichen Spektrum identifizieren, um die Vielfalt und Komplexität von Geschlechtsidentitäten anzuerkennen und einzuschließen.

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