Nach dem Förderstopp durch das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend startet ProQuote Medien e. V. ein Crowdfunding, um seine zentrale Arbeit in den nächsten 12 Monaten fortzuführen. Ziel ist es, mindestens 30.000 Euro zu sammeln, um die Leitmedienzählung sowie die öffentliche Kommunikation des Vereins weiterhin zu ermöglichen.
Corinna Cerruti, Vorsitzende von ProQuote Medien: „Wir lassen uns von der fehlenden Förderung aus dem Ministerium nicht stoppen und suchen nun nach weiteren Unterstützer*innen, die unsere Arbeit zu würdigen wissen und eine Kontinuität ermöglichen.“
Geschlechter-Backlash seit 2022
Die Leitmedienzählung von ProQuote Medien konnte in den vergangenen Jahren verdeutlichen, wie sich der Frauenanteil in großen deutschen Medienhäusern seit 2012 deutlich steigerte, bis er im Jahr 2022 fast 40 Prozent erreichte. Seitdem sinkt der Anteil von Frauen in Führung – ein alarmierendes Signal, das nur durch die Zählungen des Vereins sichtbar wurde.

ProQuote Medien untersucht als einzige Initiative in Deutschland systematisch den Frauenanteil in Führungspositionen von überregionalen Print- und Onlinemedien. Neun Tages- und Wochenzeitungen wie Bild, Die Zeit, Frankfurter Allgemeine Zeitung, Süddeutsche Zeitung, taz und Welt, sowie Magazine wie Der Spiegel, Focus und stern werden halbjährlich analysiert und verglichen: Wie viele Frauen sind in verantwortlichen Positionen, von der stellvertretenden Ressortleitung bis zur Chefredaktion. Die Zählungen erfolgen auf Grundlage der Impressen, wobei nach Hierarchieebene gewichtet wird: Je höher die Position, desto größer die Machtfülle.
Crowdfunding soll Minimum der Arbeit sichern
Mit dem Crowdfunding will ProQuote Medien in den kommenden 12 Monaten das Minimum seiner Arbeit sichern. Dazu gehören die nächsten zwei Leitmedienzählungen sowie die Kommunikation der Ergebnisse, außerdem Social-Media- und Öffentlichkeitsarbeit zu aktuellen Themen.
„Gerade jetzt ist es notwendig, die Stimme zu erheben und für gleiche Rechte von Frauen in den Medienhäusern laut zu bleiben“, so ProQuote-Medien-Vorständin Edith Heitkämper. „Gegen den Backlash werden wir uns umso stärker für Gleichberechtigung und Diversität einsetzen.“
Der Verein ruft Journalist*innen, Medienhäuser, Stiftungen und Unterstützer*innen auf, sich am Crowdfunding zu beteiligen und damit die unabhängige Datenerhebung zu sichern.
Ziel des Vereins ist, darüber hinaus weitere Projekte mit einer stabilen Förderung auch längerfristig zu sichern.
Seit 2012 zählt und vergleicht der gemeinnützige Verein ProQuote Medien die Frauenanteile in journalistischen Führungspositionen. Zu den untersuchten Leitmedien zählen „Bild“, „Spiegel“, „Focus“, „Stern“, „Zeit“, „Süddeutsche Zeitung“, „Frankfurter Allgemeine Zeitung“, „Welt“ – und seit 2021 die „tageszeitung“. Die Zählungen erfolgen auf Grundlage der Impressen, wobei nach Hierarchie-Ebenen gewichtet wird: Je höher die Position, desto größer die Machtfülle. ProQuote Medien fordert, die Hälfte der journalistischen Spitzenpositionen weiblich zu besetzen.
Nähere Informationen: www.pro-quote.de, E-Mail: presse@pro-quote.de.