Liebe Kolleginnen,

vielen Dank für Ihren Brief und das beeindruckende Statement mit 350 Unterschriften.

Im Impressum der Abendzeitung stehen – in der journalistischen Führungsriege – 13 Männer und fünf Frauen. Das entspricht annähernd den von Ihnen geforderten 30 Prozent. Allerdings ist darunter nur eine Ressortleiterin, ansonsten sind es stellvertretende Ressortleiterinnen und eine Chefreporterin.

Natürlich wäre ein höherer Frauenanteil bei den Chefpositionen wünschenswert und sollte eigentlich selbstverständlich sein. Aber ich will hier keine wohlfeilen Sprüche machen: Bei einer kleinen Zeitung wie der Abendzeitung ist eine Frauenquote (die ich im Prinzip für richtig halte) sehr schwer umzusetzen. Oft kommen für (meistens intern vergebene) Führungspositionen in der Redaktion nur sehr wenige Personen in Betracht. Wir müssen hier die Möglichkeit haben, unabhängig vom Geschlecht danach zu entscheiden, wer die besten Voraussetzungen für den Job mitbringt.

Ich nehme Ihren Brief aber zum Anlass, bei bevorstehenden Personalentscheidungen verstärkt Frauen aufzufordern, sich zu bewerben und damit zu signalisieren: Wir wollen mehr weibliche Chefs. Deshalb bin ich zuversichtlich, dass sich der Frauenanteil auch bei Führungspositionen in den nächsten Jahren erhöhen wird.

Mit freundlichen Grüßen,

Arno Makowsky

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Querverweis: Mit dem Begriff Frauen* beziehen wir uns auf alle Personen, die sich als Frauen identifizieren oder von der Gesellschaft als Frauen gelesen werden, einschließlich Transfrauen, Intersexuellen, Nonbinary Personen und allen, die sich mit dem weiblichen Spektrum identifizieren, um die Vielfalt und Komplexität von Geschlechtsidentitäten anzuerkennen und einzuschließen.

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