„Reif für den Olymp“: ProQuote gratuliert Hans und Bönisch

Die Journalisteninitiative ProQuote gratuliert den heute berufenen Chefredakteurinnen von Spiegel Online, Barbara Hans, und von Süddeutsche.de, Julia Bönisch. „ProQuotes wiederkehrende Appelle, Frauen in Führungspositionen zu berufen, wirken wie Steigbügelhalter“, sagt die Vereinsvorsitzende Maren Weber, „ins Ziel reiten müssen die Frauen dann selber. Hans‘ und Bönischs Performance war reif für den Olymp.“ Vor fast fünf Jahren hatte ProQuote die Chefredakteure aller Medien aufgefordert, bis 2017 mindestens 30 Prozent aller Führungsposten mit Frauen zu besetzen. „Die Verantwortlichen von Spiegel und Süddeutsche wollen sich offenbar nicht blamieren“, so Weber. Im Printführungsteam habe gerade die Süddeutsche noch mächtigen Nachholbedarf an der Spitze. „Das jahrzehntelang männerdominierte Nachrichtenmagazin Spiegel ist dagegen auf der Zielgeraden. Chapeau!“

Maren Weber in „Neue Osnabrücker Zeitung“

Chefredaktion: ein Mann. Stellvertreter: eine Frau, zwei Männer. Mit dieser Führung steht die „Neue Osnabrücker Zeitung“ vergleichsweise gut da. Die Recherche von ProQuote zu Regionalzeitungen hatten ergeben, dass nur bei fünf der 100 Regionalblätter, die den Mantel selbst produzieren, Frauen an der Spitze stehen. Bei den stellvertretenden Chefredakteuren sind 18 Prozent Frauen. Im Interview mit der NOZ schaut ProQuote-Vorsitzende Maren Weber auf die Anfänge des Vereins und äußert sich zur Zukunft von ProQuote. Der ganze Artikel (von Susanne Haverkamp): Verein „ProQuote“ will mehr Frauen in den Medien

Finanzmedien fehlen Frauen: Antonia Götsch im Interview

Vorstandsmitglied Antonia Götsch ist stellvertretende Chefredakteurin des Unternehmermagazins Impulse. Das macht sie zur idealen Ansprechpartnerin von finanzen.de. Denn auch die Finanz-Berichterstattung hat eine weibliche Sicht dingend nötig: „Es gibt Studien, die zeigen, dass Frauen weniger risikoreich anlegen als Männer und dabei übrigens über die Jahre mehr Rendite erwirtschaften. Zudem interessieren sich viele Frauen für ökologische oder ethische Geldanlagen. Das spiegelt sich in den gängigen Finanzmedien jedoch nicht unbedingt wider.“ Redakteurinnen und weibliche Chefs wirkten sich nicht nur positiv auf Auswahl der Themen und die Berichterstattung allgemein aus, auch die gesamte Redaktion profitiere: „Wo Frauen und Männer gleichermaßen in der Führung vertreten sind, habe ich eine auffallend gute Führungskultur wahrgenommen.“ Das ganze Interview mit finanzen.de (geführt von Cora Christine Döhn): Die Medien müssen weiblicher werden

Vorsitzende Maren Weber im Meedia-Interview

ProQuote-Vorsitzende Maren Weber im Interview mit Meedia über ihre ersten Wochen als ProQuote-Vorsitzende: „Der Zuspruch motiviert und entschädigt für viele Stunden Arbeit, oft auch in der Nacht. Allerdings macht mir das derzeit nicht so viel aus: Mit zwei sehr kleinen Kindern bin ich da eh oft wach.“ zur Frage „Löst ProQuote sich 2017 auf?“ „Wir legen keinen besonderen Wert darauf, länger als geplant um etwas kämpfen zu müssen, was wir für selbstverständlich halten.“ zum Vorurteil „Frauen wollen keine Frauen fördern“ Stimmt nicht! und zu den „katastrophalen Zahlen“, wie wenige Chefredakteursposten der Regionalzeitungen mit Frauen besetzt sind: „Sie stehen nicht unter einem solchen Beobachtungsdruck wie die überregionalen Medien“ Das ganze Meedia-Interview (geführt von Eva Fischer): ProQuote-Vorsitzende Maren Weber: „Die FAZ ist und bleibt eine Männerbastion“

Zapp, SpOn und Meedia über „Regionalzeitungen in Männerhand“

95 Prozent der Chefredakteure aller 100 Regionalblätter, die ihren Mantel selber produzieren, sind Männer. Und ihre Stellvertreter? Zu 82 Prozent auch. ProQuote hat alle Redaktionen angeschrieben und gefragt: Warum ist das so? Ändert sich das? Nur sieben Chefredakteure haben überhaupt geantwortet. Die anderen beschweigen die Misere lieber. Umso wichtiger das Medien-Echo, das die Recherche von ProQuote ausgelöst hat. Das NDR-Medienmagazin Zapp schreibt: „Solange sich nicht Familie und Karriere vereinbaren lassen, und – wenn es stimmt – geeignete Frauen erst überzeugt werden müssen, Führungspositionen zu übernehmen, wird sich auch an dem Zustand nichts ändern. Eine Frauenquote von 30 Prozent, wie sie ProQuote fordert, kann auf dem Weg zu mehr weiblichen Führungskräften hilfreich sein, ein Garant ist sie nicht.“ Spiegel Online hat die interaktive Karte eingebunden, Meedia hat die ProQuote-Recherchen ausführlich zitiert. Ebenso berichteten epd medien und Neues Deutschland. Alle Zahlen und die – wenigen – Statements der Chefs und Chefinnen sind hier nachzulesen.

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