Gleichberechtigung, jetzt! Journalistinnen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz stellen Forderungen an Verlage, Medienhäuser und Sender in der Corona-Krise

Wir wollen die Hälfte der Macht! Unter dem Motto „Journalistinnen in der Krise“ haben sich am Donnerstagabend mehr als 70 Journalist*innen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz zu einer digitalen Konferenz getroffen, um über Gleichberechtigung im Journalismus während der Corona-Krise zu diskutieren. Als Basis diente ein offener Appell mit acht Forderungen, der sich an Verlage, Medienhäuser und Sender richtet.
ProQuote Medien startet Kampagne für mehr Coronaexpertinnen in der Öffentlichkeit

Hamburg, 14. Mai 2020. „Seit Wochen erklären uns vor allem Männer die Corona-Krise. In den Medien kommen vornehmlich männliche Experten zu Wort. Uns reicht’s! Wir wollen mehr Virologinnen, Infektiologinnen, Epidemiologinnen oder Intensivmedizinerinnen sehen, die für uns die Pandemie einordnen und erklären. Wir wollen mehr Sozialwissenschaftlerinnen, Philosophinnen, Erziehungswissenschaftlerinnen, Wirtschaftswissenschaftlerinnen hören oder lesen, die für uns die gesellschaftlichen Auswirkungen analysieren“, erklärt die Vorsitzende des Vereins ProQuote Medien, Edith Heitkämper.
Studie von ProQuote Medien, 2. Teil: Stillstand bei deutschen Regionalzeitungen: Von 108 Chefredakteursstellen sind nur 8 weiblich besetzt

Hamburg, 07.11.2019. Wie steht es um die Gleichstellung in den Führungsetagen von Presse und Onlinemedien? Nach der Rundfunkanalyse von 2018 beleuchtet ProQuote Medien jetzt die Geschlechterverhältnisse bei Zeitungen, Zeitschriften, Agenturen und Online-Angeboten. Der zweite Teil der Studie „Welchen Anteil haben Frauen an der publizistischen Macht in Deutschland?“ wird heute in Hamburg der Öffentlichkeit vorgestellt. Die wichtigsten Ergebnisse Die 100 untersuchten Regionalzeitungen erweisen sich als größte Männerdomäne aller untersuchten Mediengattungen. Von 108 Chefredakteursstellen sind nur 8 weiblich besetzt. Damit kommen die Redaktionsspitzen der Regionalzeitungen auf einen Frauenanteil von nur 7,4 Prozent. 2016 zählte ProQuote Medien 4,7 Prozent. Bei den zehn betrachteten überregionalen Zeitungen beträgt der durchschnittliche Frauenmachtanteil* 25,1 Prozent. Den höchsten Wert erreicht die „tageszeitung“ mit 50,8 Prozent, den niedrigsten das „Handelsblatt“ mit 16,1 Prozent. Im Panel der Publikumszeitschriften liegt der Frauenmachtanteil in den Chefredaktionen bei 48,9 Prozent. Allerdings zeigen sich Unterschiede in den Segmenten: Frauenzeitschriften und Hefte mit Schwerpunkten wie Haus und Garten oder Aktuelle Unterhaltung werden größtenteils von Frauen geleitet. Redaktionen mit den Schwerpunkten Wissen und Technik, Wirtschaft oder Politik und Gesellschaft stehen meist unter männlicher Führung. Unter den drei großen Politik- und Gesellschaftsmagazinen erreicht der „Stern“ den höchsten Frauenmachtanteil (45,8 Prozent). Der „Spiegel“ liegt bei 36,9 Prozent, der „Focus“ bei 20,9 Prozent. Gezählt wurden Print- und Onlineredaktionen. Von sieben Agenturen und Zentralredaktionen schneiden das RedaktionsNetzwerk Deutschland (44,4 Prozent Frauenmachtanteil) und die Deutsche Presse-Agentur (41,7 Prozent) am besten ab. Die kirchlichen Agenturen sowie die Funke-Zentralredaktion bilden die Schlusslichter: epd 16,1 Prozent, KNA 17,6 Prozent, Funke-Zentralredaktion 17,4 Prozent Frauenmachtanteil. Bei den 100 reichweitenstärksten redaktionellen Online-Angeboten beträgt der weibliche Führungsanteil im Durchschnitt 30 Prozent. Für acht Leitmedien kann ProQuote Medien zeitliche Entwicklungen nachvollziehen: Seit der ersten Zählung 2012 ist der Frauenmachtanteil bei „Stern“ und „Spiegel“ sehr deutlich gestiegen. Bei „Bild“, „Zeit“ und „Süddeutscher Zeitung“ sind ebenfalls mehr Frauen in die Chefetagen aufgerückt. „Focus“, „FAZ“ und „Welt“ geben sich immer noch mit einer minimalen Beteiligung von Frauen an Führungspositionen zufrieden. Der durchschnittliche Frauenmachtanteil der acht Leitmedien liegt aktuell bei 28,3 Prozent. Bei der ersten Zählung im Jahr 2012 waren es noch 13,7 Prozent. ProQuote Medien diskutiert die Ergebnisse am heutigen Donnerstag ab 11 Uhr mit führenden Persönlichkeiten aus Politik und Medien. An der von Susanne Stichler moderierten Debatte nehmen Juliane Seifert, Staatssekretärin aus dem Bundesfrauenministerium, CEO von Gruner + Jahr Julia Jäkel, die Chefredakteurin der „Bild am Sonntag“ Marion Horn sowie Edith Heitkämper vom Vorstand des Vereins ProQuote Medien teil. Ein PDF der Studie steht ab sofort hier zur Verfügung. Die Studie wird vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert. * Zur Ermittlung der Frauenmachtanteile werden die Hierarchieebenen gewichtet. Nähere Informationen zu Methoden, Grundgesamtheiten und Quellen enthält die Studie. Antonia Götsch, Edith Heitkämper, Kristina Maroldt, Liske Jaax, Maren Weber, Sabine Stamer, Sarah Khan-HeiserVorstand ProQuote Medien Für Rückfragen: presse@pro-quote.de Mehr erfahren
Frauenmachtanteile in den Leitmedien: „Stern“ mit 52,5 Prozent einsame Spitze, „FAZ“ und „Focus“ bleiben Männerdomänen
Hamburg, 22.07.2018 Der Frauenmachtanteil beim „Stern“ beträgt 52,5 Prozent. Das ergibt die aktuelle Zählung des Vereins ProQuote Medien. Erstmals seit Beginn der Untersuchungen zur Gendergerechtigkeit im Print- und Online-Bereich 2012 knackt damit eine Printredaktion die 50-Prozent-Marke. Die Zeitschrift aus dem Hause Gruner+Jahr besetzt die Leitungsfunktionen beim „Stern“ mit Doppelspitzen aus je einer Frau und einem Mann. Darauf ist das gute Ergebnis zurückzuführen. Beim zweitplatzierten „Spiegel“ ist der Frauenmachtanteil nur leicht gestiegen, auf aktuell 38,9 Prozent – ein Plus von 1,6 Prozentpunkten im Vergleich zur Zählung von Januar 2019. Einen ansehnlichen Zuwachs von 6,2 Prozentpunkten verzeichnet die „Süddeutsche Zeitung“ (32,6 Prozent Frauenmachtanteil). Den vierten Rang belegt die „Zeit“ (28,4 Prozent), die in früheren Jahren weit besser abgeschnitten hatte, kürzlich jedoch wieder unter die 30-Prozent-Marke sackte. Bei der „Welt“, der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ und dem „Focus“ sind Frauen in Führungspositionen nach wie vor stark unterrepräsentiert. Als die „FAZ“ sich im Frühjahr 2019 von einem ihrer vier Herausgeber trennte, vergab sie die Chance, erstmals eine Frau in ihr oberstes Gremium aufzunehmen. Das Schlusslicht unter den acht untersuchten Redaktionen bildet der „Focus“ mit einem gewichteten Frauenmachtanteil von 11,8 Prozent. Traditionell besser als das Printkollegium schneidet „Focus Online“ ab (Platz vier unter den Online-Redaktionen mit 32,3 Prozent). Auch bei dieser Zählung steht stern.de an der Spitze (40,7 Prozent Frauenmachtanteil), gefolgt von Zeit Online (37,7 Prozent) und sueddeutsche.de (34,6 Prozent). Die wenigsten Führungsfrauen finden sich nach wie vor in den Leitungspositionen bei faz.net(16,1 Prozent), bild.de (24,5 Prozent) und welt.de (25 Prozent). „Die Zeit der Ausflüchte ist vorbei“, kommentiert ProQuote Medien Vorsitzende Maren Weber die Ergebnisse der Zählung. „Unsere Ergebnisse zeigen, dass eine Ausgewogenheit zwischen Männern und Frauen an den Redaktionsspitzen durchaus erreichbar ist. Nun sollten die althergebrachten Muster endlich überwunden werden. Alles andere ist nicht zeitgemäß. Medien müssen jetzt besonders gut aufgestellt sein.“ Seit 2012 zählt und vergleicht der gemeinnützige Verein ProQuote Medien die Frauenanteile in journalistischen Führungspositionen. Zu den untersuchten Leitmedien zählen „Bild“, „Spiegel“, „Focus“, „Stern“, „Zeit“, „Süddeutsche Zeitung“, „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ und „Welt“ sowie – seit 2015 – die zugehörigen Online-Redaktionen. Die Zählungen erfolgen auf Grundlage der Impressen, wobei nach Hierarchie-Ebenen gewichtet wird – je höher die Position, desto größer die Machtfülle. Die Entwicklung der Zahlen ist als animiertes Kamele- und Straußenrennen auf www.pro-quote.de/kamele-und-straussenrennen zu verfolgen. ProQuote Medien fordert, mindestens die Hälfte der journalistischen Spitzenpositionen weiblich zu besetzen. Die aktuellen Zahlen: Print Rangfolge Juni 2019 Veränderung zu Januar 2019* 1. Stern 52,2% +7,8 2. Spiegel 38,9% +1,6 3. SZ 32,6% +6,2 4. Zeit 28,4% +0,7 5. Bild 26,2% +1,4 6. Welt 18,8% -5,5 7. FAZ 17,5% +0,4 8. Focus 11,8% -2,1 Online Rangfolge Juni 2019 Veränderung zu Januar 2019* 1. stern.de 40,7% – 2. zeit.de 37,7% -4,3 3. sueddeutsche.de 34,6% +1,3 4. focus.de 32,3% -7,2 5. spiegel.de 31,5% -1 6. welt.de 25,0% +5 7. bild.de 24,5% +2,8 8. faz.net 16,1% +3,2 *in Prozentpunkten Rennen im neuen Fenster öffnen Pressekontakt E-Mail: presse@pro-quote.de Mobil: 01522 4427988
Endlich: „Frauenquote“ für die Medientage München 2019

Wir vom Bündnis Media Women Connect begrüßen es, dass die Medientage München unsere Forderung nach einer “modernen, chancengleichen und vielfältigen Medienwelt“ unterstützen. Besonders positiv sehen wir die Selbstverpflichtung, keine rein männlichen Panels mehr auszurichten, wie es in der Vergangenheit leider allzu oft der Fall war. Das Bestreben, bei den Speaker*innen einen Frauenanteil von mindestens 30 Prozent im Gesamtprogramm zu erreichen, beobachten wir wohlwollend und erwarten, dass das Ziel erreicht wird. Auch in diesem Punkt hätten wir allerdings eine Selbstverpflichtung der Absichtserklärung vorgezogen. Mittelfristig, möglichst bis 2021, fordern wir eine gleichberechtigte Teilhabe von Frauen – und das sind 50 Prozent. Denn Medien sind als sogenannte „vierte Gewalt“ im Staat ein wesentliches Element der Demokratie und sie beeinflussen maßgeblich das Bild, das Menschen sich von der Welt machen. Die Medientage finanzieren sich zu einem großen Teil durch öffentliche Gelder und sollten daher der Gleichberechtigung verpflichtet sein. Außerdem arbeiten Frauen in dieser Branche zahlreich genug, auch in Führungs-positionen, um Podien ausgewogen zu besetzen. Insofern finden wir die Absicht, die Quote „kontinuierlich anzuheben“, zu unverbindlich. Andere Kongresse und Festivals der Medienwelt haben sich auf das Ziel 50:50 verpflichtet oder erreichen es bereits. Wir sind gespannt auf die auf der Website angekündigten „Ideen, wie das Thema Diversity auf den Medientagen in einem größeren Kontext platziert werden kann“. Wir sind gerne bereit, daran mitzuarbeiten, um auf der Veranstaltung im Herbst unsere Forderungen im Hauptprogramm zu vertreten. Infos zu MEDIA WOMEN CONNECT (MWC) MWC ist ein Zusammenschluss aus acht Netzwerken in Bayern, die Frauen aus Medien- und Digitalberufen vertreten: Business Professional Women in München, Digital Media Women, Fachgruppe Chancengleichheit im Bayerischen Journalistenverband, Journalistinnenbund, Pro Quote Medien, ProQuote Film, webgrrls und Women in Film and Television (WIFT). Das Bündnis hat sich 2014 aus dem Protest gegen den geringen Anteil von Speakerinnen bei den Medientagen München heraus gegründet, der damals unter 18 Prozent lag. Startschuss war ein Offener Brief, es folgten Aktionstage von 2015 bis 2018 im Messebereich der Medientage, in Kooperation und mit finanzieller Unterstützung des Veranstalters. Da sich der Frauenanteil aber nur mäßig auf rund 23% erhöht hatte, forderte MWC 2018 in einem Manifest: Gleichberechtigte Teilhabe für Frauen auf allen Ebenen in der sich digitalisierenden Welt Eine ausgewogene Darstellung von Frauen und Männern in den Medien Eine Selbstverpflichtung zu mindestens 30% Frauen im Programm der MTM für 2019, verbunden mit einem Bericht der MTM über den erreichten Frauenanteil. Außerdem ist bis 2021 eine Quote von 50% anzustreben. Homepages der MEDIA WOMEN CONNECT Netzwerke proquote-film.de pro-quote.de bpw-muenchen.de wiftg.de journalistinnen.de bjv.de/fachgruppen webgrrls-bayern.de digitalmediawomen.de Twitter: @mediawomen19 #mediawomen19 #medialdigital19 Facebook: www.facebook.com/media.women.connect/ Pressekontakt Angelika Knop, JournalistinnenbundTel. 160 15 55 300angelika.knop@gmx.de Koordination Media Women Connect, verantwortlich i.S.d.P. Sissi Pitzer, sip mediaMobile +49.171.83 73 300pitzer@sip-media.deTwitter: @sip_media
ProQuote Medien fordert Chefredakteurin für die Tagesschau
Hamburg, 18.06.2019 Nach dem Wechsel ihres 1. Chefredakteurs Kai Gniffke an die Spitze des Südwestrundfunks müsse die Tagesschau künftig von einer weiblichen oder mindestens gemischten Doppelspitze geführt werden, forderte der Verein ProQuote Medien. Bisher wird ARD-aktuell (Tagesschau/Tagesthemen/tagesschau.de) von zwei Männern geleitet. „Die Leitung der bekanntesten Nachrichtensendung im deutschen Fernsehen zwei Männern zu überlassen, ist nicht mehr zeitgemäß“, erklärte die Vorsitzende von ProQuote Medien, Maren Weber. „Hier wäre es ein Leichtes, die von uns geforderten 50 Prozent Frauen in Führungspositionen umzusetzen, indem eine Frau Teil der Doppelspitze wird.“ Nachrichten, die ausschließlich von Männern gemacht werden, fehle die weibliche Sicht, weshalb die Wahrheit darin nur ungenügend abgebildet werde, so Weber. „Das passt weder zum Programmauftrag des öffentlich-rechtlichen Rundfunks noch zu einem der Gesellschaft verpflichteten modernen Journalismus.“ In diesem Zusammenhang äußerte sich Weber auch zum Vorschlag des NDR-Verwaltungsrats, den bisherigen Hörfunkdirektor Joachim Knuth als NDR-Intendanten in der Nachfolge von Lutz Marmor einzusetzen. „Warum steht hier keine Frau zur Wahl und haben Frauen überhaupt die Chance, sich zu bewerben?“, fragte die Vereinsvorsitzende und kritisierte, dass dies in deutlichem Widerspruch zum öffentlichen Auftreten des NDR stehe, der ansonsten stets betone, Frauen gleichberechtigt zu berücksichtigen. Hinweis für die Redaktionen: In einer Studie zur Gleichstellung im Rundfunk vom November 2018 hat ProQuote Medien erstmals detailliert untersucht, wie es um die Geschlechterverteilung in programmverantwortlichen Positionen beim Rundfunk bestellt ist. Demnach kam der NDR auf einen gewichteten Frauenmachtanteil von 40,1 Prozent. Kontakt für Rückfragen: Monique Hofmann E-Mail: presse@pro-quote.de Mobil: 015224427988
Wahlen beim SWR: Die ARD braucht mehr Intendantinnen
Der Südwestrundfunk bereitet die Intendantenwahl vor. Der gemeinnützige Verein ProQuote Medien möchte die zweitgrößte ARD-Anstalt ermuntern, sich auf die Vorgaben des Staatsvertrages über den Südwestrundfunk zu besinnen.
Stillstand auf dem Weg zur Gleichberechtigung: Frauenmachtanteil in den Führungspositionen der „Zeit“ sackt unter die 30-Prozent-Marke
Hamburg, 28.01.2019 In Sachen Gleichstellung sind „Stern“ und „Zeit Online“ die derzeit führenden deutschen Leitmedien. Das ergeben die neuesten Zählungen des Vereins ProQuote Medien. Danach erreicht der „Stern“ im Januar 2019 einen Frauenmachtanteil von 44,4 Prozent – und damit den höchsten Wert einer Printredaktion seit Beginn der Zählungen 2012. Hauptursache ist der Aufstieg der bisherigen „stern.de“-Chefredakteurin Anna-Beeke Gretemeier in die Print-Chefredaktion, die sie nun gemeinsam mit Florian Gless innehat. Zudem sind 2018 die meisten „Stern“-Ressortleitungen an Doppelspitzen aus je einer Frau und einem Mann übertragen worden. Im selben Maße wie der gedruckte „Stern“ sich vorwärts bewegt, macht „stern.de“ Rückschritte: 9.3 % weniger Macht für Frauen seit Juli 2018. Damit ging in den Online-Redaktionen der Republik der Spitzenwert von 50 Prozent Frauen in Führungspositionen auf 42 Prozent zurück. Auf Platz eins liegt nun „Zeit Online“. Nennenswert zulegen konnte lediglich „Focus Online“, das mit 39,5 Prozent Frauenmachtanteil den dritten Rang belegt. Am schlechtesten schneiden nach wie vor „bild.de“, „welt.de“ und „faz.net“ ab. Die neuen Zahlen von ProQuote Medien geben also keinen Anlass zur Freude: In den meisten Redaktionen stagniert oder sinkt der gewichtete Anteil an Führungsfrauen, auch in den Printredaktionen. Bei der „Zeit“ sank der Wert erstmals seit 2012 unter die 30-Prozent-Marke. Leicht verloren hat auch der „Spiegel“, er liegt mit 37,3 Prozent auf Platz zwei. Die übrigen Titel dümpeln größtenteils bei Frauenmachtanteilen um die 25 Prozent oder sogar noch darunter. Schlusslichter bleiben „FAZ“ (17,1%) und „Focus“ (13,9%). „Offenbar lassen die Bemühungen um Gleichstellung in vielen Redaktionen nach“, sagt Maren Weber, Vorsitzende von ProQuote Medien. Der Verein werde das nicht akzeptieren. „Wir machen weiter Druck – mit Fakten und Aktionen“, verspricht Weber. Seit 2012 zählt und vergleicht der gemeinnützige Verein ProQuote die Frauenanteile in den journalistischen Führungspositionen deutscher Medien. Zu den untersuchten Leitmedien zählen „Bild“, „Spiegel“, „Focus“, „Stern“, „Zeit“, „Süddeutsche Zeitung“, „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ und „Welt“ sowie – seit 2015 – die zugehörigen Online-Redaktionen. Die Zählungen erfolgen auf Grundlage der Impressen, wobei nach Hierarchie-Ebenen gewichtet wird – je höher die Position, desto größer die Machtfülle. Die Entwicklung der Zahlen ist als animiertes Kamele- und Straußenrennen auf www.pro-quote.de/kamele-und-straussenrennen zu beobachten. ProQuote Medien fordert, die Hälfte der journalistischen Spitzenpositionen weiblich zu besetzen. Die aktuellen Zahlen in Tabellenform: Print: Rangfolge Januar 2019 Veränderung zu Juli 2018 in Prozentpunkten 1. Stern 44,4% + 10,1 2. Spiegel 37,3% -0,7 3. Zeit 27,7% -3,8 4. SZ 26,4% -0,6 5. Bild 24,8% +1,2 6. Welt 24,3% +0,3 7. FAZ 17,1% 0,0 8. Focus 13,9% 0,0 Online: Rangfolge Januar 2019 Veränderung zu Juli 2018 in Prozentpunkten 1. Zeit Online 42,0% +0,7 2. Stern Online 40,7% -9,3 3. Focus Online 39,5% +5,2 4. Sueddeutsche.de 33,3% +0,9 5. Spiegel Online 32,5% -1,5 6. bild.de 21,7% +0,6 7. welt.de 20,0% 0,0 8. faz.net 12,9% 0,0 Rennen im neuen Fenster öffnen
Gleichstellung im Rundfunk: Deutsche Welle und RBB schneiden am besten ab
Berlin, 22.11.2018 – Der erste Teil der Studie „Welchen Anteil haben Frauen an der publizistischen Macht in Deutschland?“ wurde heute vorgestellt. ProQuote Medien diskutierte die Ergebnisse beim Deutschlandradio in Berlin mit führenden Persönlichkeiten aus Politik und Medien, darunter Bundesfrauenministerin Dr. Franziska Giffey: „Von echter Gleichstellung sind wir auch in den deutschen Medien noch weit entfernt – das zeigt die aktuelle Studie ganz deutlich. Wer ausgewogene und vielfältige Berichterstattung will, der muss dafür sorgen, dass journalistische Führungspositionen gleichberechtigt zwischen Frauen und Männern verteilt sind. Das ist auch im Interesse der Zeitungshäuser und Rundfunkanstalten. Denn unterschiedliche Blickwinkel bereichern die Medien und können damit auch mehr Menschen erreichen. Frauen, die gute journalistische Arbeit leisten, müssen deshalb die gleichen Chancen haben, um ganz nach oben zu kommen. Auch in den Medien brauchen wir bessere Voraussetzungen zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf und von Pflege und Beruf. Dazu gehören mehr Teilzeitangebote, eine flexible Kinderbetreuung und nicht zuletzt eine gleichwertige Bezahlung.“ Die Bundesfrauenministerin sprach sich auf Nachfrage von Sandra Maischberger, die die Debatte moderierte, eindeutig für eine Frauenquote aus. ZDF-Chefredakteur Peter Frey hingegen lehnt die Quote für sein Haus ab: „Aufstieg hat bei uns immer mit Mobilität und Flexibilität zu tun.“ Da hätten Frauen nach seiner Erfahrung oft Probleme, Karriere und familiäre Belange in Einklang zu bringen. „Begleitende Partner sind offenbar weniger als begleitende Partnerinnen bereit, Zugeständnisse zu machen.“ Senior Vice President ProSiebenSat.1 Media SE Annette Kümmel sprach sich ebenfalls gegen die Quote aus: „Weil wir sehen, dass wir eine wirklich weibliche Prägung auch ohne Quote schaffen.“ Deutschlandfunk-Chefredakteurin Birgit Wentzien unterstrich, dass sich der Frauenanteil nur ändern kann, wenn sich die Strukturen ändern: „Wir haben noch viel zu wenig Frauen in Führung im Haus und überlegen nun, auf Führung in Teilzeit zu setzen.“ Ein Schritt, der beim RBB schon unter Leitung der ehemaligen Intendantin Dagmar Reim vollzogen wurde, wie die Personalchefin des RBB, Sylvie Deléglise erläuterte. „Für uns ist es selbstverständlich, dass eine Führungsposition auch in Teilzeit zu besetzen ist. Das ist eine Frage der Organisation. Wir schauen, wie wir Frauen entwickeln können.“ Sabine Stamer vom Vorstand ProQuote Medien zeigte sich positiv überrascht von den Ergebnissen der Studie. So liegt der durschnittliche Frauenmachtanteil – ein gewichteter Wert der weiblichen Beteiligung im journalistisch-programmlichen Bereich – bei 37,7 Prozent. „Das kann aber nicht das Ende sein“, so Stamer. „Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf muss mehr forciert werden.“ Im Ergebnis der Studie erreicht die Deutsche Welle einen gewichteten Frauenmachtanteil von 51,9 Prozent, der RBB 51,0 Prozent. Auch WDR (44,6 Prozent), NDR (40,1 Prozent) und ZDF (39,4 Prozent) befinden sich auf dem Weg zu einer ausgeglichenen Teilhabe der Geschlechter in Spitzenpositionen. Die Führungsebenen kleinerer Anstalten wie Radio Bremen (32,2 Prozent), Saarländischer Rundfunk (25,6 Prozent) und Deutschlandradio (24,3 Prozent) sind hingegen noch weitgehend männlich geprägt. Grundlage der Zählung waren die Organigramme von zwölf öffentlich-rechtlichen Sendern, ausgewertet wurden jeweils die vier obersten Hierarchieebenen. Der private Rundfunk stellte keine Organigramme zur Verfügung, sodass vergleichbar aussagekräftige Werte nicht ermittelt werden konnten. Auswertungen der öffentlich zugänglichen Informationen über das Top-Management ergaben Frauenanteile von 21,4 Prozent bei der RTL-Mediengruppe und 19,8 Prozent bei ProSiebenSat.1. In weiteren Auswertungen hat ProQuote Medien unter anderem 136 Studioleiter und Korrespondenten im Ausland gezählt (Frauenanteil: 31,6 Prozent) sowie 149 öffentlich-rechtliche und private Programmleitungen im Hörfunk (Frauenanteil: 24,8 Prozent). Zitate aus Gesprächen mit Gleichstellungsbeauftragten sowie Angaben zu frauenfördernden Maßnahmen der Sender runden die Betrachtungen der Studie ab. Ein PDF der 80-seitigen Studie steht ab sofort auf www.pro-quote.de zum Download zur Verfügung. Der zweite Teil mit Fokus auf Print- und Onlinemedien erscheint 2019. Die Studie wird gefördert und unterstützt vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Über ProQuote Medien: Der gemeinnützige Verein zählt und vergleicht seit 2012 die Frauenanteile in journalistischen Führungspositionen ausgewählter deutscher Medien. Zur Ermittlung der Frauenmachtanteile werden die Hierarchieebenen gewichtet – je höher die Position, desto größer die Machtfülle. Nähere Informationen zu Methoden, Grundgesamtheiten und Quellen enthält die Studie.
Erste Studie von ProQuote Medien zur Gleichstellung im Rundfunk: Deutsche Welle und RBB schneiden am besten ab
Berlin, 22.11.2018 – Ist die Führungsebene des deutschen Rundfunks immer noch eine Männerdomäne? ProQuote Medien hat erstmals detailliert untersucht, wie es um die Geschlechterverteilung in programmverantwortlichen Positionen bestellt ist. Der erste Teil der Studie „Welchen Anteil haben Frauen an der publizistischen Macht in Deutschland?“ wird heute in Berlin der Öffentlichkeit vorgestellt. Im Ergebnis schneiden die Deutsche Welle und der Rundfunk Berlin-Brandenburg am besten ab: Beide Anstalten erfüllen die Forderung von ProQuote Medien nach der Hälfte der redaktionellen Macht für Frauen. Die Deutsche Welle erreicht einen gewichteten Frauenmachtanteil von 51,9 Prozent, der RBB 51,0 Prozent. Auch WDR (44,6 Prozent), NDR (40,1 Prozent) und ZDF (39,4 Prozent) befinden sich auf dem Weg zu einer ausgeglichenen Teilhabe der Geschlechter in Spitzenpositionen. Die Führungsebenen kleinerer Anstalten wie Radio Bremen (32,2 Prozent), Saarländischer Rundfunk (25,6 Prozent) und Deutschlandradio (24,3 Prozent) sind hingegen noch weitgehend männlich geprägt. Grundlage der Zählung waren die Organigramme von zwölf öffentlich-rechtlichen Sendern, ausgewertet wurden jeweils die vier obersten Hierarchieebenen. Der private Rundfunk stellte keine Organigramme zur Verfügung, sodass vergleichbar aussagekräftige Werte nicht ermittelt werden konnten. Auswertungen der öffentlich zugänglichen Informationen über das Top-Management ergaben Frauenanteile von 21,4 Prozent bei der RTL-Mediengruppe und 19,8 Prozent bei ProSiebenSat.1. In weiteren Auswertungen hat ProQuote Medien unter anderem 136 Studioleiter und Korrespondenten im Ausland gezählt (Frauenanteil: 31,6 Prozent) sowie 149 öffentlich-rechtliche und private Programmleitungen im Hörfunk (Frauenanteil: 24,8 Prozent). Zitate aus Gesprächen mit Gleichstellungsbeauftragten sowie Angaben zu frauenfördernden Maßnahmen der Sender runden die Betrachtungen der Studie ab. ProQuote Medien diskutiert die Ergebnisse am heutigen Donnerstag beim Deutschlandradio in Berlin mit führenden Persönlichkeiten aus Politik und Medien. Teilnehmer der von Sandra Maischberger moderierten Debatte sind Bundesfrauenministerin Dr. Franziska Giffey, ZDF-Chefredakteur Peter Frey, Senior Vice President ProSiebenSat.1 Media SE Annette Kümmel, NDR-Intendant Lutz Marmor, Deutschlandfunk-Chefredakteurin Birgit Wentzien und Sabine Stamer vom Vorstand des Vereins ProQuote Medien. Ein PDF der 80-seitigen Studie steht ab sofort hier zum Download zur Verfügung. Der zweite Teil mit Fokus auf Print- und Onlinemedien erscheint 2019. Die Studie wird gefördert und unterstützt vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Über ProQuote Medien: Der gemeinnützige Verein zählt und vergleicht seit 2012 die Frauenanteile in journalistischen Führungspositionen ausgewählter deutscher Medien. Zur Ermittlung der Frauenmachtanteile werden die Hierarchieebenen gewichtet – je höher die Position, desto größer die Machtfülle. Nähere Informationen zu Methoden, Grundgesamtheiten und Quellen enthält die Studie.