Neue RTL Führungsriege: Wo bleiben die Frauen?

ProQuote, S-Camp

ProQuote Medien fordert deutlich mehr Frauen in Verantwortung RTL stellt nach der Übernahme von Gruner + Jahr seine oberste Führungsriege komplett ohne Frauen auf. Zurzeit ist noch Julia Reuter, zuständig für Strategie und Personal, dabei, doch wenn sie das Unternehmen Ende April verlässt, ist die Geschäftsführung eine reine Männerriege. Im Führungsteam darunter dürfen sich vier Frauen zu achtzehn Männern gesellen, das sind gerade einmal 18 Prozent. Was auch auffällt: Alle Chefs und Chefinnen sind weiß. ProQuote Medien findet: Es ist erschreckend, dass sich ein Medienunternehmen im Jahr 2022 so unmodern, ohne Berücksichtigung von Frauen, ohne jegliche Diversität in der Führung präsentieren kann. Dabei spricht CEO Stephan Schäfer von einem „Medienhaus der Zukunft“. Dazu Edith Heitkämper von ProQuote Medien: „Es ist ein Schritt zurück in die Vergangenheit, wenn man sich an der Spitze rein männlich aufstellt. Gerade Medienunternehmen sollten es besser wissen.” So sendet der neu zusammen gewachsene Medienkonzern ein fatales Signal an die 7.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Hause. Und eine nicht nachvollziehbare Botschaft auch an Leserinnen und Zuschauerinnen – besonders unverständlich, da RTL und Ex-Gruner + Jahr mit vielen ihrer Produkte klar auf Frauen ausgerichtet sind. Eine vielfältige Darstellung von Wirklichkeit auch mit weiblichen Sichtweisen ist so nicht gefördert. „Studien zeigen immer wieder: Frauen machen Unternehmen besser. Diversität macht Unternehmen besser. Bis nach Köln zu RTL Deutschland scheint dieses Wissen noch nicht durchgedrungen zu sein. Wir fordern deutlich mehr Frauen in der Verantwortung“, sagt Edith Heitkämper.   TRANSLATE with x English Arabic Hebrew Polish Bulgarian Hindi Portuguese Catalan Hmong Daw Romanian Chinese Simplified Hungarian Russian Chinese Traditional Indonesian Slovak Czech Italian Slovenian Danish Japanese Spanish Dutch Klingon Swedish English Korean Thai Estonian Latvian Turkish Finnish Lithuanian Ukrainian French Malay Urdu German Maltese Vietnamese Greek Norwegian Welsh Haitian Creole Persian    TRANSLATE with COPY THE URL BELOW Back EMBED THE SNIPPET BELOW IN YOUR SITE Enable collaborative features and customize widget: Bing Webmaster PortalBack

Fusion bei RTL und Gruner + Jahr: Wo bleiben die Frauen?

ProQuote, S-Camp

ProQuote Medien fordert mehr Frauen in den neuen Führungsebenen Hamburg, 01.09.2021: Es ist eines der ambitioniertesten Medienprojekte der vergangenen Jahre, doch darüber entscheiden sollen wohl nur die Herren: Bei der Fusion von RTL und Gruner + Jahr (u.a. Stern, Geo, Brigitte) dürfen offenbar keine Frauen mitreden. Die Führungsspitze will Bertelsmann-Vorstand Thomas Rabe mit zwei Männern besetzt. Stephan Schäfer, seit diesem Jahr Chef von Gruner + Jahr, und Matthias Dang, Chef der AdAlliance, sollen die beiden zusammengelegten Marken führen. So meldet es der Mediendienst DWDL. ProQuote Medien fragt: Soll diese Fusion im Jahr 2021 wirklich so unmodern und ohne jegliche Diversität stattfinden? Der Kahlschlag beim Führungspersonal, den es schon im Vorfeld gab, betraf bei RTL vor allem Frauen. Deshalb macht sich nun ein Klima der Angst breit. So erreichte ProQuote Medien ein dramatischer Hilferuf. Der Brief thematisiert, dass sowohl die Mediengruppe RTL als auch Gruner +Jahr einen gewaltigen Rückschritt in puncto „Frauen in Führung“ gemacht haben. „Es ist absurd, dass alle von mehr Frauen in Führung reden, dass es nicht schnell genug geht, dass Medien diverser gemacht werden müssen und nun (…) passiert im wahrscheinlich bald größten journalistischen Unternehmen Deutschlands das Gegenteil.“, so heißt es in dem Brandbrief, der ProQuote Medien erreichte. Die Journalistinnen, die vor allem aus Hamburg und Köln stammen und anonym bleiben möchten, zählen auf, wessen Köpfe gerollt sind. Mehr als eine Handvoll weibliche Führungspositionen seien es schon jetzt vor der Fusion. In den Betriebsversammlungen in Hamburg und Köln wurden die Einsparungen damit erklärt, dass sich die Medienunternehmen neu aufstellen, schlanker sein wollten, dass es weniger Führungskräfte geben soll. „Es ist typisch, dass diese Umstrukturierungen vor allem Frauen betreffen, während männliche Mitarbeiter von diesen profitieren“, sagt Edith Heitkämper, Vorsitzende von ProQuote Medien. „Dies ist umso weniger hinnehmbar, als dass die betroffenen Medienunternehmen klar auf Frauen ausgerichtet sind und einen deutlich höheren Frauenanteil bei Zuschauer:innen und User:innen haben. Diesen Rollback kann sich Bertelsmann nicht leisten.“ Zum 1.1.2022 soll die Zusammenführung abgeschlossen sein. Die Synergien sollen rund 100 Millionen Euro pro Jahr betragen, ein Viertel davon durch Personaleinsparungen. „Diese Einsparungen müssen gleichermaßen Männer und Frauen treffen“, so Edith Heitkämper: „Ebenso muss gelten: In der neuen Führungsebene kann es nur so sein, dass die Chefposten paritätisch verteilt sind. Wir appellieren an die Spitze der Medienhäuser, im Besonderen an Thomas Rabe, dass er mit der Zeit und nicht rückwärts geht.“

Gleichstellung in den Leitmedien: FAZ beteiligt Frauen nur zu 20,7 Prozent an der redaktionellen Verantwortung / taz behauptet 1. Platz im ProQuote-Medien-Ranking

Hamburg, 04. August 2021. Die neue Leitmedienzählung von ProQuote Medien ist da. Danach bleibt die tageszeitung (kurz: taz) weiter spitze hinsichtlich der Beteiligung von Frauen an der redaktionellen Verantwortung. Mit einer weiblichen Chefredaktion und vielen geschlechterparitätisch besetzten Ressortleitungen erreicht sie einen gewichteten Frauenmachtanteil von 56,3 Prozent. Damit erfüllt die taz derzeit als einziges der neun untersuchten Medien die ProQuote-Forderung nach der Hälfte der redaktionellen Macht für Frauen.

ProQuote zur neuen Studie: Regionalpresse will mehr Frauen in Führungspositionen

„Der Stillstand bei den Regionalmedien hat uns so erschreckt, dass wir dachten, wir müssen eine qualitative Studie machen. Wir wollten verstehen, warum da so eine Starre herrscht“, sagte Studienleiterin Anna von Garmissen zu Beginn ihrer Präsentation.Verkrustete Strukturen, Männerbünde oder Unvereinbarkeit von Privat- und Berufsleben, dazu sexistische Erfahrungen sowohl in den Redaktionen wie bei Lokalterminen. Das sind Erfahrungen, die Journalistinnen aus Regionalzeitungen in der neuen Studie von ProQuote Medien schildern, die heute der Öffentlichkeit via Livestream vorgestellt wurde. In der anschließenden, teils digital teils vor Ort in einem Hamburger Studio geführten und von der NDR-Moderatorin Inka Schneider geleiteten Diskussion, bestätigten alle Chefredakteur*innen die Ergebnisse der Studie: wenngleich sie auch alle darauf bestanden, dass es in ihren jeweiligen Redaktionen schon viel besser aussehe, da sie schon eine ganze Weile alles dafür täten, um noch mehr Frauen in Führung zu bringen. Moritz Döbler, Chefredakteur der Rheinischen Post, bedankte sich deshalb auch für „den Druck“, den ProQuote ausübt, denn er helfe dabei, die Redaktion und das Blatt „der Lebenswirklichkeit der Leser*innen“ auch im Geschlechterverhältnis anzupassen.Nina Könemann, stellvertretende Chefredakteurin des Mindener Tageblattes hob hervor, dass sie inzwischen „alle möglichen Arbeitszeitmodelle“ im Angebot hätten, die es Männern wie Frauen ermöglichten Familie und Beruf zu vereinbaren. Auch Michael Garthe, Chefredakteur der Rheinpfalz, berichtete, dass er sich sicher sei, dass sie in den nächsten Jahren „große Schritte“ vorankommen“ und „bis 2025 die 40 Prozent erreichen“ werden. Doch teils scheiterten solche Bemühungen auch daran, dass es „keine Bewerbungen“ von Frauen gebe. Ein Satz, den die ProQuote-Vorsitzende Edith Heitkämper „nicht mehr hören kann“: Die Ausrede, es habe sich keine Frau gefunden, „gilt nicht mehr“, so Heitkämper: „Wir müssen uns fragen: Wie können wir die Stellen verändern, damit die Führung diverser und mit mehr Frauen besetzt wird?“Eine Vorgehensweise, die in anderen Häusern offenbar schon bekannt ist. Swantje Dake, Chefredakteurin Digitales von der „Stuttgarter Zeitung“ erklärte, dass sie inzwischen die Arbeitsplätze den Bewerber*innen „ganz individuell anpassen“ – und dabei auch nicht mehr nur auf das Geschlecht achten, sondern auch in anderen Aspekten für Diversität sorgten. Ein weiterer Schritt dahin, die Redaktionen der Lebenswirklichkeit der Menschen anzupassen. Über die Studie „Männerdomäne Regionalpresse: Wo bleiben die Führungsfrauen?“: Der Frauenmachtanteil in den Chefredaktionen der Lokal- und Regionalzeitungen liegt bei rund zehn Prozent – und damit niedriger als in jeder anderen Mediengattung. Wieso schaffen es gerade in der Regionalpresse nur so wenige Frauen an die Spitze? ProQuote Medien hat 16 Interviews mit Regionalzeitungsjournalistinnen aus ganz Deutschland geführt und in einer qualitativen Inhaltsanalyse ausgewertet. Auf Grundlage der gesammelten Erkenntnisse haben wir einen Katalog mit Verbesserungsvorschlägen für die Redaktionen entwickelt: Moderne Strukturen: Wo noch nicht geschehen sollten die Redaktionen schnellstmöglich in strukturierte Personalentwicklung einsteigen. Frauenförderung: Gleichstellung in den Redaktionsspitzen sollte als Unternehmensziel verankert werden. Redaktionskultur: Moderne Führungskultur setzt auf flache Hierarchien, Teamfähigkeit und gegenseitigen Respekt – unabhängig vom Geschlecht. Anlaufstellen für Betroffene von Sexismus: Hier muss eine Nulltoleranzschwelle eingeführt werden. Journalistinnen sollten ausgewiesene Ansprechpersonen haben. Flexibles Arbeiten: Zeitungsverlage sollten aus den jüngsten Pandemieerfahrungen lernen und mehr Homeoffice sowie zeitsouveränes Arbeiten ermöglichen – auch in Führungspositionen. Neue Arbeitsmodelle: Führungspositionen jenseits der typischen Vollzeitstelle müssen geschaffen werden – etwa in Form von geteilten Ressortleitungen, Doppelspitzen oder 80-Prozent-Stellen. Kinderbetreuung: Verlage können Zeichen setzen, indem sie beispielsweise Betriebskindergärten einrichten, die die ungewöhnlichen Arbeitszeiten in einer Lokalredaktion abdecken.

Männerdomäne Regionalzeitungen: ProQuote Medien stellt neue Studie vor

Verkrustete Strukturen, Männerbünde oder Unvereinbarkeit von Privat- und Berufsleben, dazu sexistische Erfahrungen sowohl in den Redaktionen wie bei Lokalterminen. Frauenförderung findet selten statt oder ist überhaupt kein Thema. Das sind Erfahrungen, die Journalistinnen aus Regionalzeitungen in der neuen Studie von ProQuote Medien schildern. Die Studie präsentiert die wichtigsten Gründe, warum in deutschen Regional- und Lokalzeitungen so wenige Frauen in Führung kommen. Der Frauenmachtanteil in den Chefredaktionen liegt bei rund zehn Prozent – und damit niedriger als in jeder anderen Mediengattung. Wieso schafft es gerade in der Regionalpresse nur eine geringe Zahl von Frauen an die Spitze? Und wie kann man der Schieflage entgegenwirken? ProQuote Medien hat 16 strukturierte Interviews mit Regionalzeitungsjournalistinnen aus ganz Deutschland geführt und in einer qualitativen Inhaltsanalyse ausgewertet. Die geschilderten Erfahrungen und Beobachtungen gewähren tiefe Einblicke in die Branche. „Regionalzeitungen präsentieren sich im Jahr 2021 erschreckend häufig mit rein männlichen Führungsteams,“ so Edith Heitkämper, Vorsitzende von ProQuote Medien, „das zeugt von einem nicht sonderlich ausgeprägten Bewusstsein für gleichberechtigte Machtverteilung. Diese Benachteiligung von Frauen ist nicht mehr zeitgemäß und muss sich ändern.“ Die wichtigsten Ergebnisse der Studie: Gewachsene Strukturen: In vielen Verlagen haben sich über Jahrzehnte hinweg männliche Führungszirkel etabliert, in die Frauen nur sehr schwer Zugang finden. Schlechte Vereinbarkeit: Es fehlt an flexiblen Arbeitsmodellen. Hinzu kommt teilweise die Erwartungshaltung einer ständigen Verfügbarkeit, vor allem auf Leitungsebene. Einfluss der Führungskultur: Autoritäre Führung und mangelnde Wertschätzung hemmen weibliche Karriereambitionen. Empathie und Feedback wirken fördernd. Defizite in der Personalentwicklung: Insbesondere in kleineren Zeitungshäusern mangelt es an Strukturen zum Karriereaufbau, teilweise auch an genereller Feedbackkultur. Gleichstellung nicht auf der Agenda: Gezielte Maßnahmen wie Frauenförderprogramme oder Mentoring sind kaum anzutreffen. Dazu ProQuote-Medien-Vorsitzende Heitkämper: „Fairness den Journalistinnen gegenüber lässt sich nicht von außen verordnen sondern muss in der Hierarchie der Verlage vorgelebt werden. Nur wenn sich weibliche Role Models und mehr Diversität im Regionaljournalismus etablieren, bleibt dieser im zukünftigen Online- und Printgeschäft glaubwürdig – auch für seine Leserinnen.“ Die detaillierten Erkenntnisse stellen wir am heutigen Donnerstag, den 25. Februar 2021, von 14 bis 15 Uhr via Live-Stream vor und diskutieren sie anschließend mit Branchengrößen. An der von NDR-Moderatorin und ProQuote-Medien-Mitglied Inka Schneider moderierten Debatte nehmen teil: Swantje Dake (Chefredakteurin Digital Stuttgarter Zeitung / Stuttgarter Nachrichten), Moritz Döbler (Chefredakteur Rheinische Post), Michael Garthe (Chefredakteur Die Rheinpfalz), Nina Könemann (Stellvertretende Chefredakteurin Mindener Tageblatt), Anna von Garmissen (Leiterin der Studie) und Edith Heitkämper (Vorsitzende ProQuote Medien).       

Neue Studie von ProQuote Medien: Frauen in Führungspositionen – Wie steht es um die Gleichstellung bei Regionalzeitungen?

Dach, Medienfrauen

In der jüngsten Untersuchung der vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend geförderten Studienreihe geht es um die Gleichstellung bei den deutschen Regionalzeitungen. Dazu haben wir Interviews mit Redakteurinnen geführt, die in entsprechenden Redaktionen arbeiten. 2019 hatte sich ProQuote Medien schon einmal mit den Regionalzeitungen befasst. Damals haben wir die Geschlechterverhältnisse in den Chefetagen analysiert und dabei festgestellt, dass von 108 Chefredakteursstellen nur 8 weiblich besetzt waren. In unserer aktuellen Studie wollten wir nun wissen, wie es zu diesen Zahlen kommt und haben daher folgende Fragen untersucht: Wie wirkt sich die Führungskultur in den Redaktionen auf die Situation von Journalistinnen aus? Welche Aufstiegschancen gibt es für Frauen in ihrer Redaktion? Haben die Redakteurinnen im beruflichen Umfeld Diskriminierung erfahren oder beobachtet? Wie lassen sich Beruf und Familie vereinbaren? Die Ergebnisse der Untersuchung stellen wir am Donnerstag, den 25. Februar 2021, von 14 bis 15 Uhr via Live-Stream vor und diskutieren sie in folgender Runde: Swantje Dake, Chefredakteurin Digital Stuttgarter Zeitung / Stuttgarter Nachrichten Moritz Döbler, Chefredakteur Rheinische Post Michael Garthe, Chefredakteur Die Rheinpfalz Nina Könemann, stellv. Chefredakteurin Mindener Tageblatt Anna von Garmissen, Leiterin der Studie Edith Heitkämper, Vorsitzende ProQuote Medien Durch die Veranstaltung führt Inka Schneider, ProQuote-Mitglied und NDR-Moderatorin. Wir freuen uns auf eine spannende Veranstaltung mit Ihnen! Gefördert vom       

„Macht‘s gleich“: ProQuote Medien startet Podcast zum Thema Sexismus

Sarah Stendel, Liske Jaax, Pro Quote Medien. Foto: © Charlotte Schreiber

Unter dem Motto „Weg mit Sexismus in den Medien!“ startet der Verein ProQuote Medien den wöchentlichen Podcast „Macht‘s gleich“. Die Journalistinnen Liske Jaax und Sarah Stendel aus dem Vorstand von ProQuote wollen wissen: Wie können wir die Arbeitswelt für Medienschaffende gerechter machen? Ob Equal Pay, sexuelle Belästigung oder Mansplaining in Konferenzen – Baustellen gibt es viele. Bei “Macht’s gleich” sprechen Jaax und Stendel darüber mit Expertinnen und Kolleginnen. Und die liefern jede Menge Ideen, wie es besser laufen könnte. Hätte man mal gleich so machen können. In jeder Folge veranschaulichen außerdem persönliche Anekdoten und Erfahrungsberichte aus dem redaktionellen Alltag von ProQuote-Mitgliedern das jeweilige Thema. Los geht es am Donnerstag, 18. Februar, mit einer Folge zum Phänomen der gläsernen Decke. Warum schafft es der weibliche Journalismus-Nachwuchs – der nachweislich in der Überzahl ist – nicht ganz nach oben in die Chefetagen? Und wie können wir das ändern? Zu Gast dazu im Podcast ist die ehemalige Stern- und NZZ-Chefin Anita Zielina, zugeschaltet aus New York City, wo sie als Director of News Innovation and Leadership an der City University NY lehrt. Sie selbst hat jung Karriere gemacht und ist eine der wenigen Frauen, die ganz oben mitentscheiden. Die erste Folge widmet sich einem Kernthema von ProQuote Medien, der Verein wertet halbjährlich den sogenannten Frauenmachtanteil in deutschen Medienhäusern aus. In fünf weiteren Folgen beleuchtet „Macht‘s gleich“ weitere Ausprägungen von Sexismus in der Medienwelt. Am 25. Februar sprechen wir mit Maren Beneke, Ressortleiterin beim Weser Kurier,über die Situation von Frauen in den Regionalmedien, zeitgleich zur Erscheinung der neuen Studie von ProQuote Medien, die dieses Mal den Fokus auf Regionalmedien legt. In der Woche darauf, am 4. März, geht es mit „Equal Pay Day“-Chefin Uta Zech um ungleiche Bezahlung. Am 11. März ist Barbara Rohm zu Gast, eine Mitgründerin von Themis, der Vertrauensstelle gegen sexuelle Belästigung und Gewalt. Mit ihr sprechen wir zu Übergriffen am Arbeitsplatz und wie wir die Kultur des Schweigens durchbrechen. Führungskräftetrainerin Annette Hillebrand erklärt am 18 März, wie wir mit männlich geprägten Arbeitsplatzkulturen umgehen können. Und in der Folge am 25. März schildert die taz-Kolumnistin Sibel Schick ihre Erfahrungen mit Hass im Netz. Der Podcast ist auf Spotify oder iTunesiTunes, sowie unter www.pro-quote.de/podcast-machts-gleichwww.pro-quote.de/podcast-machts-gleich zu hören. „Macht‘s gleich“ wird produziert von Pool Artists und gefördert vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

Leitmedienzählung: ProQuote Medien eröffnet die „Kletterwand“. „TAZ“ mit 56,4 Prozent an der Spitze. „Focus“ bleibt Schlusslicht

„Die Wand zeigt mit einem Blick, welche Medien kraftvoll nach oben klettern und die Konkurrenz hinter sich lassen,“ so ProQuote Medien Vorsitzende Edith Heitkämper: „Nur zwei erreichen allerdings mit der 50 Prozent-Marke die von uns geforderte weibliche Gleichberechtigung bei Führungspositionen. Andere Leitmedien hängen dagegen weiterhin im niedrigen Bereich herum und schaffen es nicht über ein paar Prozent hinaus. Für sie sollte die Wand ein sportlicher Anreiz sein, sich mal ein bisschen höher zu wagen und mehr Frauen in Führung zu bringen.“ Die ProQuote Kletterwand löst das bisherige Kamele- und Straußenrennen ab. Entwickelt wurde das neue Design von der Hamburger Agentur loved in Zusammenarbeit mit ProQuote Medien. Eine Neuerung gibt es auch bei der Zählung: Erstmals seit 2012 hat ProQuote Medien das Panel der gezählten Leitmedien erweitert. Nun klettert auch die „tageszeitung“, kurz „taz“, mit der Konkurrenz um die Wette. Und setzt sich bei der Januar-Zählung 2021 sofort an die Spitze: Mit einem Frauenmachtanteil von 56,4 Prozent lässt die „taz“ sogar den bisherigen Gipfelstürmer „Stern“ hinter sich. Auch dieser bleibt in Sachen redaktioneller Machtverteilung zwischen Frauen und Männern vorbildlich: Zum vierten Mal in Folge liegt der „Stern“ oberhalb der 50-Prozent-Marke, sein aktueller Wert beträgt 51,1 Prozent. Auf Platz drei kommt der „Spiegel“. Der Frauenmachtanteil beim Hamburger Nachrichtenmagazin liegt unverändert bei 40 Prozent. Die Führungsetagen von „FAZ“, „Bild“, „Welt“ und „Focus“ bleiben hingegen ausgeprägte Männerdomänen. Schlusslicht „Focus“ konnte sich immerhin um 2,2 Prozentpunkte verbessern und erreicht nun 17,4 Prozent. Für „Bild“ ging es um fast drei Prozentpunkte zurück. ProQuote Medien-Vorsitzende Edith Heitkämper: „Um Frauen angemessen an der Redaktionsverantwortung zu beteiligen, braucht es keine Raketenwissenschaft. Das stellen die „taz“ und der „Stern“ eindrücklich unter Beweis. Nun sollten sich endlich auch Blätter wie „Bild“, „Welt“ und „Focus“ in Richtung Gleichstellung bewegen. Es gibt keine Ausrede.“ Die Zahlen im Einzelnen, Rangfolge Januar 2021   Rennen im neuen Fenster öffnen Seit 2012 zählt und vergleicht der gemeinnützige Verein ProQuote Medien die Frauenanteile in journalistischen Führungspositionen. Zu den untersuchten Leitmedien zählen „Bild“, „Spiegel“, „Focus“, „Stern“, „Zeit“, „Süddeutsche Zeitung“, „Frankfurter Allgemeine Zeitung“, „Welt“ – und seit Januar 2021 die „tageszeitung“. Die Zählungen erfolgen auf Grundlage der Print- und Online-Impressen, wobei nach Hierarchie-Ebenen gewichtet wird: Je höher die Position, desto größer die Machtfülle. ProQuote Medien fordert, die Hälfte der journalistischen Spitzenpositionen weiblich zu besetzen. Für nähere Informationen erreichen Sie uns unter presse@pro-quote.de.

ProQuote Medien kritisiert ARD-Entscheidung zur Besetzung von Führungspositionen

ProQuote, S-Camp

Eine verpasste Chance für Gleichberechtigung und Diversität Der Verein ProQuote Medien gratuliert der designierten ARD-Programmdirektorin Christine Strobl zu ihrer neuen Führungsposition. Leider ist sie die einzige Frau in einem Führungskarrussell, über das die ARD-Intendant*innen gerade entschieden haben. Denn vier weitere Spitzenposten werden durch Männer besetzt: der ARD-Chefredakteur, der Degeto-Geschäftsführer, der funk-Geschäftsführer und der stellvertretende Leiter des ARD-Hauptstadtstudios. Ein Armutszeugnis. Denn damit besetzt die ARD FÜNF (5) Führungspositionen neu – davon exakt EINE (1) mit einer Frau. Gab es – wieder einmal – keine passenden Frauen, liebe Intendant*innen? Konnte man 2020 für solche “äußerst anspruchsvollen Aufgaben”, wie der ARD-Vorsitzende Tom Buhrow betonte, wirklich fast nur weiße mittelalte Männer als “herausragende Persönlichkeiten” gewinnen? Wo bleibt die Diversität? Was nützt es, wenn die Sender einerseits Gleichstellungsbeauftragte beschäftigen und Coachings zu Diversity abhalten, bei Personalentscheidungen hingegen Gendergerechtigkeit offenbar keine Rolle spielt? “Das wäre die Chance gewesen, mehr Frauen in die ARD-Führung zu bekommen. Stattdessen sind mehrheitlich Männer zum Zuge gekommen”, kritisiert die ProQuote Medien-Vorsitzende Edith Heitkämper. “Das Vorgehen zeigt, dass die Äußerungen der ARD-Chefetagen, man wolle sich für mehr Gleichberechtigung einsetzen, reine Lippenbekenntnisse sind. Hier hätte man eine Chance nutzen können, um eine modernere, diversere Unternehmenskultur der ARD einzuläuten. Dass das nicht passiert, ist bedauernswert.“ Die ARD möchte so in die digitale Zukunft gehen, heißt es. ProQuote Medien fragt sich: Wie soll die ARD mit praktisch nur Männern an diesen entscheidenden Schnittstellen ein zukunftsfähiges Programm gestalten, für eine Gesellschaft, die eben nicht nur aus Männern in den besten Jahren besteht? Der Verein fordert, die Sichtweisen und Lebenswirklichkeiten der Hälfte der Bevölkerung, nämlich von Frauen, endlich angemessen in die Personalentscheidungen miteinzubeziehen. Schon das Ergebnis der ProQuote Medien-Studie von 2018 offenbarte, dass die ARD im Bereich der Führungsverantwortung von Frauen noch großen Nachholbedarf hat. Anstatt an Gleichstellung und gerechteren Chancen für Frauen zu arbeiten, setzen die Sender mit dieser Entscheidung für vier Männer und eine Frau die falschen Weichen. Über den Verein:ProQuote Medien e.V. ist ein eingetragener und bundesweit agierender Verein, der 2012 in Hamburg von Journalistinnen gegründet wurde. Ziel des Vereins ist es, Chancengleichheit bei der Besetzung von journalistischen Führungspositionen herzustellen und somit eine gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern hinsichtlich Entscheidungskompetenz, Einflussnahme und Einkommenschancen in deutschen Medien zu erreichen. Seit seiner Gründung erhebt der Verein den Anteil von Frauen in redaktionellen Führungspositionen deutscher Medien, unter anderem in mehreren Studien, und veranstaltet seit 2018 eine jährliche Fachtagung.

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